Quickborner leihen ihrer Stadt Geld
Montag, 5. Oktober 2009Not macht erfinderisch – die Quickborner helfen Ihrer Stadt in der Finanzkrise aus der Patsche.
Der 20.000 Einwohner große Ort in der Nähe von Hamburg hatte die letzten Jahre keinen Geldmangel. Es wurden Kindergärten und Schulen errichtet, die Stadt wurde insgesamt familienfreundlicher gestaltet und auch für Unternehmen ist Quickborn ein attraktiver Standort. Doch seit diesem Jahr spürt auch der kleine Ort die Auswirkungen der Finanzkrise. Es fehlen im Haushalt Steuereinnahmen in Millionenhöhe, laut Prognose bis zu 41 Mio. Euro bis 2012. Bürgermeister der Stadt, Thomas Klöppl, strebt nun einen Sparkurs für die Stadt an. Er rief eine Bürgerstunde ein, wo die Menschen der Stadt in einer Diskussionsrunde mit einbezogen werden sollten. Die Ideen zur Einsparung reichten von Hausdächern für Solaranlagen zu vermieten bis hin zu Temperatursenkung des Freibadwassers. Eigentlich sollte es nur ein Witz sein, aber eine Bürgerin aus dem Publikum rief dem Bürgermeister zu: „Wir können der Stadt auch Geld leihen!“ Wenige Tage später hatte die Stadt Quickborn 4 Mio. Euro zusammen. Es wurde fleißig angelegt – die Geldanlage konnte ab 5000 Euro für ein Jahr zu 3% Zinsen getätigt werden. Bei der Bank wäre der Zinssatz höher gewesen, dadurch kann die Stadt auch zusätzlich bei den Zinsausgaben sparen. Die örtliche Volks- und Raiffeisenbank steht dieser Aktion kritisch gegenüber, da ihr die Zinseinnahmen des Kredites aber auch die Einlagen der Sparer fehlen. Kritiker fügen an: „Ein Bürgermeister soll nicht glauben, dass er der bessere Banker ist.“ Thomas Klöppl ist jedoch anderer Meinung - für Ihn zählt vor Allem das Engagement der Bürger. Für viele Quickborner hat diese alternative Finanzierungsidee auch einen netten Nebeneffekt, da die Banken nun „auch mal was vor den Bug kriegen, schließlich haben Sie genug verbockt.“
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Ihr smava Team

