Kurioses: Versicherung für Schwarzfahrer

14. Mai 2010

Die Finanzwelt erlebt hin und wieder kuriose Innovationen, die wir wie bereits in der Vergangenheit gern beleuchten. Zum Beispiel berichteten wir vor einiger Zeit von einem Restaurantkredit in Form eines Essensgutscheines  und der Seele als Sicherheit für einen Kredit. Neben dem Kredit sind Versicherungen ein wichtiges Produkt in der Finanzwelt. Man kann sich ja mittlerweile bekanntlich gegen fast alles versichern, sogar gegen schlechtes Wetter. Neu ist, dass es jetzt auch eine „Versicherung für Schwarzfahrer“ gibt, zumindest in Paris. Dort können Passagiere des öffentlichen Verkehrsnetzes, die keinen Fahrschein lösen möchten, 7 Euro im Monat für eine Absicherung gegen die drohenden Bußgelder zahlen. Diese sind recht üppig: wenn man beim Schwarzfahren erwischt wird, muss man normalerweise eine Strafe von 50 € bezahlen. Somit muss keiner mehr überlegen, ob es günstiger ist, erwischt zu werden oder sich regelmäßig seine Fahrscheine zu kaufen. Die dazu gehörige Versicherungsvereinigung ist zwar illegal und wird von den Verkehrsbetrieben noch als eine Randerscheinung eingestuft. Dennoch erfreut sie sich zunehmender Beliebtheit, vor allem bei jüngeren Leuten. Für einige ist  die Gemeinschaftskasse für Schwarzfahrer nicht lediglich eine Absicherung, sondern auch ein politisches Statement für kostenlose öffentliche Verkehrsmittel. Laut dem Pariser Verkehrsunternehmen RATP entgehen der öffentlichen Hand durch Schwarzfahren pro Jahr Einnahmen in Höhe von 80 Mio. €, was weniger Investitionen in neue Busse und Bahnen ermöglicht. Ob sich diese gemeinschaftliche Absicherung durchsetzen wird und eventuell sogar Nachahmer in anderen Ländern wie Deutschland findet, bleibt abzuwarten.

Viele Grüße
das smava Team

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