Cash call – wofür Handwerksbetriebe ihr Geld ausgeben
26. Juli 2010| Tweet |
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In den letzten 12 Monaten beobachten wir immer mehr Kreditprojekte von Selbständigen. In persönlichen Gesprächen mit diesen in der Regel kleineren Betrieben lernen wir immer wieder, welche Herausforderungen Selbständige Tag für Tag meistern. Das ist vor allem deshalb bemerkens- und berichtenswert, weil Selbständige das „Rückgrat“ der deutschen Wirtschaft sind und für einen Großteil der Arbeitsplätze verantwortlich sind.
Eine der wichtigsten Herausforderungen sind Finanzierungsprobleme, die primär für Betriebsmittelkredite (bspw. Auftragsvorfinanzierungen) oder Ersatzinvestitionen (bspw. Auto, Maschine, Werkzeuge) auftreten. Ein Grund für uns, hier genauer hinzuschauen und mal die Ausgabenstruktur von Selbständigen unter die Lupe zu nehmen. Da Handwerksbetriebe einen großen Teil der „smava-Selbständigen“ ausmachen, haben wir uns auf diese konzentriert. Folgende Informationsgrafik illustriert die typische Ausgabenstruktur:
Zur Großansicht bitte auf das Bild klicken.
Eine Anmerkung zur Berechnungsmethode: In der Quelle beziehen sich die prozentualen Kosten auf die Gesamtleistung der Handwerksbetriebe. Zur Vereinfachung haben wir die Prozentzahlen auf die Gesamtkosten umgerechnet
Den größten Kostenblock mit 50% machen Materialkosten aus. Das leuchtet ein, da viele Handwerksbetriebe neue Produkte auf Basis von anderen Materialien erstellen, wie z.B. ein Zimmerer. Ebenso wenig überraschend ist der hohe Anteil von Personalkosten mit rund 30%. Dazu kommen Sachkosten für Miete, Versicherungen, Steuern und sonstige betriebliche Aufwendungen, die sich auf rund 10% der Gesamtkosten summieren. Ein weitere Gruppe sind mit rund 6% die Finanzierungskosten, die Fremdkapitalzinsen, Leasingkosten und Abschreibungen beinhalten.
Was läßt sich aus der Grafik lesen?
1. Auftragsvorfinanzierungen sind für Wachstum unabdingbar
Materialkosten machen über 50 % der Gesamtkosten aus. Dahinter verbirgt sich ein großer Anteil an Vorfinanzierungen. Dies erklärt auch den laufenden Kapitalbedarf von Selbständigen, die ständig neue Aufträge akquirieren.
2. Handwerksbetriebe müssen ggf. schnell auf einen Kontokorrent zurückgreifen können
Durch den hohen Anteil an Fixkosten (Personalkosten und Sachkosten) von insgesamt 40% der Gesamtkosten benötigen Handwerksbetriebe einen kontinuierlichen Auftragseingang. Bereits ein paar Monate ohne Aufträge und/oder Verzögerungen im Zahlungseingang machen sich unmittelbar in der Liquidität des Unternehmens bemerkbar.
Auch Handwerker Mike Mätzing aus Berlin, der bereits über smava erfolgreich eine Auftragsvorfinanzierung erhalten hat, bestätigt dies: „Gerade die schlechter ausgebuchten Wintermonate belasten meine Kapitalreserven erheblich, da die fixen Kosten für meine Maschinen und Personal nach wie vor da sind. Wenn dann im Frühjahr die ersten größeren Aufträge eingehen, muss auch noch das Baumaterial vorfinanziert werden, was meine Liquidität weiter angreift.“
Im Ergebnis zeigt sich, dass Geld als „Roh- und Schmierstoff“ für Handwerksbetriebe zentrale Bedeutung hat. Folgerichtig wird der Zugang zu Kapital, sei es Eigen- oder Fremdkapital, für Unternehmen überlebensnotwendig. Gerade in der gerade abflauenden Wirtschaftskrise konnte man gut erkennen, dass Handwerksbetriebe in Schwierigkeiten geraten, wenn die Zahl der Aufträge schwankt und der Zugang zu Fremdkapital durch die Banken erschwert wird.
Auf dem smava Marktplatz findet man oft Kreditprojekte, die genau diese Herausforderungen beschreiben, wie die nachfolgenden Beispiele zeigen:
Liquidität verbessern
Nach der Insolvenz eines Kunden und der schlechter werdenden Zahlungsmoral benötigen wir mehr Liquidität, da in der IT alles per Vorkasse eingekauft oder max. nach 8 Tagen bezahlt werden muss. …
Festigung des Unternehmens
Überbrückung der Außenstände und Vorlauf
Warenlager
Aufstockung des Warenlagers um schneller auf größere Bestellungen der Kunden im Großhandel/ Wiederverkauf und im Online-Versandhandel reagieren zu können. Ausnutzung der Rechnungsbezahlung mit Skonto.
Aufträge
Es stehen größere Aufträge an und ich benötige das Geld für Maschinen und Materialvorfinanzierung.
Wie sind Ihre Erfahrungen als Handwerksbetrieb oder Selbständige?
Wir freuen uns auf eine Diskussion, gerne auch auf Facebook oder Twitter
Viele Grüße, Ihr smava Team
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Juli 28th, 2010 at 8:32 am
Das meiste Geld geht für Material und Personal drauf. Für mich nicht gerade die grosse Überraschung, aber auf jeden Fall interessant es einmal schwarz auf weiss zu lesen.
Oktober 8th, 2010 at 8:32 am
[...] sich Selbständige Tag für Tag stellen. Doch wofür wird all das Geld benötigt? Smava, Deutschlands erster Online-Marktplatz für Kredite, hat die Ausgabenstruktur von [...]