Nachdem wir uns bereits mit Crowdfunding für Soziales und Gesellschaftliches Engagement sowie mit Crowdfunding für Startups beschäftigt haben, dreht sich heute alles um Crowdfunding Plattformen, die sich die Finanzierung kreativer und kultureller Projekte zum Ziel gesetzt haben. In dieser Kategorie stellen sich SellaBand mit Sitz in München und Amsterdam, Startnext mit Sitz in Dresden und Berlin, Inkubato aus Berlin, Vision Bakery aus Leipzig und Media funders aus St. Gallen in der Schweiz vor.
Wie der Name schon vermuten lässt, dreht sich bei SellaBand alles um Musik, während über Inkubato, Startnext und VisionBakery alles Mögliche, von Comics, Filmen, Kunst bis zu Kinderbüchern finanziert wird. SellaBand schafft es mit dem innovativen Konzept den Musikfan als Teilhaber in die Produktion der Alben einzubinden. Inkubato, Startnext und Vision Bakery ermöglichen Kreativen mit Hilfe unterschiedlicher Investoren auch kleinere Projekte zu realisieren, die das in unserer Gesellschaft vorhandene Angebot an Kulturgütern erheblich erweitern. Media Funders hat sich auf die Finanzierung und Realisierung von Journalismus-Projekten spezialisiert und will so unabhängigen Journalismus und freie Medien fördern.
Was genau Inkubato, SellaBand, Vision Bakery, Startnext und Media Funders ausmacht, könnt ihr hier nachlesen:
Crowdfunding Unternehmen für Kreative und Kultur stellen sich vor
Inkubato

Wer kreative und künstlerische Projekte verwirklichen will, steht oft vor dem Problem, diese zu finanzieren. Mitunter ist es schwer, die dafür benötigten Mittel von Banken, Stiftungen oder Investoren zu erhalten.
Inkubato ist eine neue Plattform, die es erlaubt, Geld von all jenen “einzusammeln”, die solche Projekte um ihrer selbst willen unterstützen wollen.
Crowdfunding nennt sich diese Art der Finanzierung: viele Unterstützer ermöglichen mit kleineren Beträgen gemeinsam die Verwirklichung einer inspirierenden Idee.
Als Anreiz und zur Belohnung erhalten sie dafür sogenannte Prämien: Dinge, Leistungen oder symbolische Gesten des Danks, die im Zusammenhang mit dem Projekt entstehen.
Um ein Projekt auf Inkubato zu fördern, meldet man sich zunächst auf der Website an, wählt dann das Projekt aus und den Betrag, den man investieren möchte - sowie eine der dafür erhältlichen Prämien.
Wenn die benötigte Gesamtsumme innerhalb eines bestimmten Zeitraums zusammenkommt, werden die Beträge durch PayPal abgebucht und an den Projektinitiator weitergeleitet, der dann mit der Realisierung beginnen kann. Wird die Summe nicht erreicht, entstehen keinerlei Kosten. So wird gewährleistet, dass niemand in Projekte investiert, die am Ende aufgrund mangelnden Budgets nicht verwirklicht werden können.
Inkubato ist somit nicht nur ein neuer Weg, kreative Projekte, Produkte, Dienstleistungen und Veranstaltungen vorab zu vermarkten und zu finanzieren, sondern auch eine gute Möglichkeit, neue Ideen ohne Risiko auszuprobieren und zu testen.
Weitere Informationen finden Sie auf Inkubato.com.
SellaBand

In eine Albumproduktion oder Konzerttour investieren und sich so finanziell am Erfolg einer Band beteiligen: Auf der Plattform SellaBand, Pionier im Bereich Musik-Crowdfunding, kommen Musiker und Fans zusammen, um gemeinsam Projekte zu verwirklichen. Alle musikalischen Genres sind vertreten. Es geht um Träume, Künstler und Fanpower. Hier behalten Musiker die Rechte an ihren Songs. Hier entscheidet nicht eine handvoll Labelchefs was realisiert wird, sondern die Masse. In Zahlen: 4.775 Künstler, 80.000 Fans (Believer) aus 138 Ländern und ein Jahr Zeit, um das Geld für ein entsprechendes Projekt zusammenzubekommen. Rund 400 musikalische Neuzugänge seit Anfang des Jahres bestätigen die steigende Relevanz des Finanzierungskonzepts. SellaBand, seit Anfang 2010 mit Sitz in München, sieht sich allerdings nicht als Konkurrenz zur klassischen Musikindustrie sondern vielmehr als Gradmesser. Wenn es einem Künstler gelingt, tausende Fans zu mobilisieren, hat er eine Fanbase im Rücken und ist damit wiederum interessant für Labels, Musikverlage und Konzertagenturen. Aber auf der Online-Plattform sind nicht nur Newcomer vertreten, auch etablierte Acts wie Public Enemy, Jonathan Davis (Korn) oder Holland’s Shootingstar Hind setzen auf Fanpower. Ab 10 Euro können die Believer in ihre Wunschprojekte investieren und Teil der Erfolgsgeschichte einer Band werden. Im Gegenzug gibt es neben Album-Downloads und CDs, auch individuelle Sammlerstücke, Backstage-Pässe oder sogar Gewinnbeteiligungen.
Vision Bakery

Zur VisionBakery allgemein:
Die VisionBakery ist ein junges Leipziger Startup. Bei uns werden allerdings keine Brötchen, sondern Ideen aller Art gebacken. Dazu ist seit Januar 2011 unsere Plattform visionbakery.de online. Dort können Ideen präsentiert werden - ob als Text, mit Bildern oder als Video - und mit Hilfe des Crowdfunding-Prinzips Unterstützer für ein Projekt gewinnen. Dabei ist es der VisionBakery wichtig, die Ideengeber und Kreativen auf dem Weg von der Idee über die Umsetzung bis hin zum fertigen Projekt zu begleiten. Die Plattform beschränkt sich nicht auf Ideen aus der Kunstszene; es können auch Ideen aus anderen Bereiche wie etwa Sport, Comedy, Handwerk, Tanz, Design, Veranstaltung, Mode, Essen, Film, Soziales, Spiele, Sport, Journalismus, Musik, Photographie, Technologie, Theater und Literatur. Aber der Kreativität sind kaum Grenzen gesetzt.
Von Vorteil ist Crowdfunding unserer Meinung nach, weil:
- im besten Fall alle gewinnen, im schlechtesten Fall verliert niemand.
- Projektinitiatoren ihr Netzwerk nutzen können!
- es kein Kredit ist.
- jeder Unterstützer auch ein potentieller Kunde ist!
- durch die Gegenleistungen jeder profitiert
Startnext

Crowdfunding-Plattform startnext.de
Das im September 2010 gegründete Dresdener/Berliner Start-up „startnext crowdfunding gemeinnützige UG“ hat eine Plattform gestartet, die es Künstlern, Kreativen und Erfindern erlaubt Projekt-Ideen vorzustellen und über Unterstützer aus der Zielgruppe und Unternehmen finanzieren zu lassen.
Das dahinterstehende Prinzip heißt Crowdfunding und bietet insbesondere für kreative Akteure zahlreiche Chancen. Mit Crowdfunding wird ein neues Finanzierungsmodell geschaffen, in dem die Projektauswahl gemeinsam von Kreativen und dem Publikum gesteuert wird. Erstmalig entscheiden damit nicht nur Experten, welche Projekte förderungswürdig sind, sondern theoretisch jeder. Crowdfunding-Plattformen ermöglichen auf diesem Wege die Involvierung und Beteiligung der Zielgruppe: Die Unterstützer können an der Realisierung einer Idee und eines Projektes mitwirken, z.B. durch Mitbestimmung bei der Auswahl von Farben und Motiven, ihr Feedback als Kulturkonsumenten und durch ihre finanzielle Unterstützung. Das Ziel von Startnext ist es, private Kulturfinanzierung in Deutschland zu stärken und demokratischere Strukturen in bestehende Finanzierungs- und Förderprozesse einzuweben.
Vision: Schnittstelle zwischen Mäzenen, Privatpersonen und Unternehmen für die Kulturfinanzierung schaffen
Darüber hinaus ist es die Idee von Startnext, Unternehmen in die Kulturfinanzierung einzubeziehen und ihnen eine Online-Plattform zur Kultur- und Talentförderung zu bieten. Die Plattform erleichtert durch Such- und Filterfunktionen zum einen die Identifikation von passenden Kreativ-Projekten und erhöht zum anderen die Reichweite für Unternehmen, die über Startnext ihre Zielgruppe direkt ansprechen können und in Projekte mit gesellschaflicher Bedeutung investieren können.
Anbei noch eine Grafik zur Illustration des Crowdfunding-Prinzips.
Media Funders

Media Funders ist beziehungsweise wird die Crowdfunding- und Crowdsourcing-Plattform für unabhängigen Journalismus.
Die Online-Plattform mediafunders.net soll zukünftig qualitativ hochwertigen, unabhängigen und transparenten Journalismus ermöglichen, frei von jeglichen Einflussnahmen, Geldgebern, Medienunternehmen, von Zensur und Medium. Das Spektrum für mögliche Projekte reicht dabei von unabhängigen (investigativen) lokalen, nationalen und internationalen Reportagen in Text-, Audio-, Foto- und Filmformaten bis zu umfangreichen Datenjournalismus-Projekten. Ein Stadtviertel in Hamburg, London oder New York kann ebenso mögliches Recherchegebiet sein, wie ein kleines Dorf in Kolumbien, Somalia oder Malaysia.
Sowohl Journalisten als auch Organisationen und Privatpersonen werden Ideen für spannende Journalismus-Projekte einbringen können. Kommt das benötigte Budget für eine vorgestellte Reportage durch kleine und grosse Media Funder (Privatpersonen, Stiftungen, Organisationen und Unternehmen) zusammen, wird sie durch den/die einreichenden oder gewählten Journalisten(-Teams) ausgeführt. Alle erfolgreich finanzierten und realisierten Reportagen werden anschliessend unter freier Creative Commons Lizenz veröffentlicht und können damit von Fundern, Medien, Bloggern und anderen Interessenten kostenlos gelesen bzw. gesehen oder gehört, sowie weiterverwendet werden.
Die unabhängige Plattform ermöglicht den Nutzern darüber hinaus auch gezielt (Insider-)Material und Quellen zu ausgeschriebenen Projekten beizusteuern oder Ergebnisse kritisch zu hinterfragen.
Das Journalismus-Projekt «Media Funders» wird derzeit unter http://mediafunders.net/projekt/ vorgestellt und setzt bei der Realisierung selber noch ein Stück weit auf die finanzielle Unterstützung der Crowd.
Weitere spannende Artikel unserer Serie zum Thema Crowdfunding findet ihr hier:
1. Einleitung zur Serie: Crowdfunding im deutschsprachigen Raum”
2. Crowdfunding trifft Social Lending - Gastbeitrag von Lothar Lochmaier
3. Crowdfunding Unternehmen im deutschsprachigen Raum - Infografik
4. Crowdfunding Unternehmen für gesellschaftliches Engagement und Soziales”
5. Crowdfunding Unternehmen zur Startup-Finanzierung
Viele Grüße,
das smava-Team
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