Einträge mit den Tags ‘Kreditmarktplatz’

smava expandiert nach Polen

Dienstag, 6. Januar 2009

Ab heute gibt es auch auf www.smava.pl “pozyczki miedzy ludzmi” - übersetzt heißt das “Kredite von Mensch zu Mensch”: smava ist für polnische Kunden gestartet. Damit können ab sofort auch polnische Verbraucher über www.smava.pl Kreditgeschäfte abwickeln. Das deutsche Angebot www.smava.de ist davon unabhängig, die polnische Plattform ist nur für polnische Kunden nutzbar.

Warum haben wir den polnischen Markt ausgewählt? Zum einen ist Polen ein Zukunftsmarkt, der ein hohes Wachstum aufweist. Zum anderen ist die Spanne zwischen Einlagen- und Kreditzins auf dem polnischen Markt mit 15% vergleichsweise hoch. Da sich Kreditnehmer und Anleger diese Zinsspanne teilen, ist smava.pl eine attraktive Alternative zu Banken in Polen. Ferner werden in Polen die Verträge direkt zwischen Anleger und Kreditnehmer - und nicht wie in Deutschland über die biw Bank AG - abgeschlossen, was geringere Transaktionskosten ermöglicht.

Auf dem polnischen Markt existieren bereits drei Wettbewerber - monetto.pl, kokos.pl und finansowo.pl. Warum haben wir uns trotzdem entschieden, in den polnischen Markt einzusteigen? Weil wir die bisher sicherste Lösung anbieten und das ein klarer Wettbewerbsvorteil ist. P2P-Lending hat sich in Polen bisher recht gut entwickelt, aber unseres Erachtens ist vor allem die Produktattraktivität für polnische Anleger noch nicht sehr hoch. Deshalb bietet smava.pl mehr Risikotransparenz als die Konkurrenz und ermöglicht erstmals, das Risiko eines einzelnen Kreditnehmers mit einem Risikoaufschlag zu “bepreisen”. Hierzu arbeiten wir als einziger polnischer Anbieter mit der führenden polnischen Kreditauskunftei BIK (ähnlich wie die SCHUFA in Deutschland) zusammen. smava.pl basiert größtenteils auf der gleichen Software-Plattform und demselben Konzept wie smava.de. Aber es gibt auch Unterschiede: Da P2P-Kredite in Polen mehrheitlich kurzfristig unter einem Jahr aufgenommen werden und polnische Anleger ein anderes Risikoprofil als deutsche Anleger haben, entschieden wir uns für eine etwas andere Art der Absicherung. Wie funktioniert das? Ein Anleger streut bei smava.pl seine Geldanlage nach eigenem Ermessen über verschiedene Kreditprojekte, um eine gute Risikodiversifikation zu erhalten.

Für unsere Tochtergesellschaft in Breslau (Wroclaw), Polen, konnten wir erfahrene Unternehmer gewinnen: Przemysław Mościcki, Marcin Klinowski und Arkadiusz Hajduk. Unseres Erachtens ist ein lokales Management zentral, da man die Kundenwünsche nur dann gut bedienen kann, wenn man sie kennt und versteht. Wir arbeiten bereits seit rund 9 Monaten mit dem polnischen Team an einer Lösung für den polnischen Markt und freuen uns, dass es jetzt losgeht. Vorteilhaft für uns und die polnische Lösung ist sicher auch, dass wir unser bisher in Deutschland gesammeltes P2P-Know-How mit einbringen können. Aber umgekehrt gilt das auch: wir werden von Anfang an von der etwas anderen Lösung und der Entwicklung in Polen für Deutschland lernen. Unser Ziel ist es - wie in Deutschland - in absehbarer Zeit der führende polnische Anbieter von P2P-Krediten zu werden.

Viele Grüße
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

Das ARD Morgenmagazin und Finanztest loben smava als führenden Anbieter

Freitag, 12. Dezember 2008

Im ARD Morgenmagazin vom 11.12.2008 berichtet Lutz Wilde von Finanztest über das Thema Privatkredite und Kreditmarktplätze im Internet.

Dabei stellt er smava als führenden Anbieter vor und lobt die Plattform in vielerlei Hinsicht: smava biete sowohl Anlegern als auch Kreditnehmern ein hohes Maß an Sicherheit und Transparenz. Die Funktionalitäten des Kreditportals seien ähnlich unkompliziert und benutzerfreundlich wie die einer Online-Singlebörse. Auch hier können sich Menschen anonymisiert unter einem Benutzernamen mit ihrem Profil darstellen und sich bzw. ihr Kreditprojekt auf der Internetseite präsentieren. Kreditgeber können sich die Profile und Projekte der Kreditnehmer ansehen und anschließend entscheiden, wo sie ihr Kapital investieren möchten. Immer mehr Menschen nutzen die Plattform und die Finanzkrise trägt sogar zum stetigen Wachstum des Unternehmens smava bei.

Hier können Sie sich den Beitrag anschauen.

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

P2P-Kreditplattformen - ein Blick in die Zukunft

Montag, 27. Oktober 2008

Unser heutiger Gast-Blogger Robert Hadzetovic ist Web 2.0 Experte und beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Thema neue Geschäftsmodelle in der virtuellen Welt. In Peer-to-Peer-Kreditmarktplätzen wie Prosper, Zopa oder smava sieht er großes Zukunftspotential.

Wir leben ja in einer sehr spannenden Zeit. Schon faszinierend zu sehen wie die Bankenkrise alle noch so großen Institute zum Zittern, Wanken, ja sogar zum Fallen bringt. Ich kenne niemanden, der großes Mitleid hat mit den Banken und Versicherungen. Zu schlecht sind die Erfahrungen, die wohl jeder schon mal mit dem Finanzdienstleistungssektor gemacht hat. Präpotente Banker, die einem mit verschränkten Armen gegenübersitzen. Versicherungen, die im Schadensfall so gut wie nie zahlen. Und die fragwürdigen Praktiken der Banken, bei fallenden Zinsen unmittelbar zu reagieren, bei steigenden jedoch sich so viel Zeit wie möglich zu lassen.

Kommt es darauf an, Innovationskraft zu zeigen, ist der Banken- und Versicherungssektor sicherlich immer in der letzten Reihe. Zu gut ist es ihnen immer gegangen. Eine Riesen-Chance für P2P-Kreditplattformen! Ich bin ja überzeugt, dass sich dieses Modell bestimmt durchsetzen und etablieren wird. Banken sehen das anders. Ich habe ja nun viele Gespräche mit Banken geführt. Kommt es auf das Thema P2P-Kredite bzw. deren Internetportale, kann man Banker in zwei Gruppen unterteilen: Gruppe A, die “Normalen”, was die deutlich größere Gruppe darstellt, die noch nie etwas davon gehört haben und in lautes Lachen ausbrechen, wenn man davon erzählt. Gruppe B, die “Höchst Innovativen”, ein verschwindend geringer Prozentsatz, die immerhin schon mal davon gelesen haben. Was beide Gruppen gemeinsam haben: Niemand kann sich auch nur im Ansatz vorstellen, dass solche Modelle irgendwann mal eine signifikante Rolle spielen werden.

Diese Meinung ist natürlich legitim. Sie erinnert nur ein wenig an die Meinung von einem großen deutschen Enzyklopädie-Verlag, der gemeint hat, dass es sein Werk noch weitere 200 Jahre geben wird (Brockhaus hat vor wenigen Monaten die gedruckte Version zum letzten Mal herausgegeben). Man könnte diese ja kaufen und irgendwann auf ebay versteigern… Wo wir schon beim nächsten großen Irrtum wären. Ebay und alle anderen Online-Anzeigenportale dieser Welt haben den Anzeigenmarkt der Zeitungen weltweit zusammenbrechen lassen. Mit enormen finanziellen Anstrengungen probieren die Verlage ihre eigenen Portale hochzuziehen. Ein letztes Beispiel ist die Musikindustrie, die anstatt Napster&Co. zu klagen etwas Ähnliches wie den iTunes Store hätte hochziehen können.

Zurück zum Thema Banken und P2P-Kreditportale. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Banken in nächster Zeit auf diesen Zug aufspringen werden. Zwei Gründe, warum die Zukunft für smava & Co. rosig sein muss: Die Bankenkrise hat gezeigt, dass das Vertrauen, das man seiner Bank entgegengebracht hat, völlig übertrieben war. Und zweitens: In Zeiten wie diesen werden Banken sich auf alles andere konzentrieren als auf innovative Projekte. Klassische Manager leben ohnehin getreu dem Motto: Das Risiko, mit einem innovativen Projekt auf die Nase zu fallen und dafür die Konsequenzen tragen zu müssen, steht in keinem Verhältnis zu der Anerkennung, die man erntet, wenn man ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt hat. Nach diesem Motto leben freilich nicht nur Bankenmanager. Es war immer klar, dass der Finanzdienstleistungssektor der nächste sein wird, der mangels Innovation unter dem Internet-Boom zu leiden haben wird.

Viele Grüße
Robert Hadzetovic
Web 2.0 Leader
Deloitte Consulting GmbH