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smava Wochenrückblick zu Wirtschaft und Finanzen (21. Juli 2011)

Freitag, 22. Juli 2011

Wochenrückblick Wirtschaft und Finanzen

Liebe Leser,

gemäß dem anhaltenden Regen und den Niedrigtemperaturen würde man es kaum vermuten, aber es ist Sommer! Die Politik geht in die Sommerpause, und für Merkel und Co. beginnt nächste Woche der Urlaub. Ob die Aussicht auf Freizeit und Sonne die Politik motiviert hat, auf dem Eurogipfel noch schnell eine Lösung für die Schuldenkrise zu finden? Nach den Verhandlungen in Brüssel waren sich gestern alle einig. Merkel beschloss einen Kompromiss mit Sarkozy und setzte so eine überraschend hohe Beteiligung der privaten Gläubiger am neuen Griechenland-Paket durch. Sicherlich ist der Urlaub für die Staatschefs erholsamer ohne täglich den Euro-Kollaps befürchten zu müssen.

Mehr zum Euroschuldengipfel und vielen anderen Wirtschafts- und Finanz Themen hier in der Übersicht:


Wirtschaft und Unternehmen

Euro- Sondergipfel

Gestern wurde von den Europäischen Staats- und Regierungschefs das zweite, 109 Milliarden Euro schwere Rettungspaket für Griechenland beschlossen. Insgesamt umfassen die Finanzhilfen für den hochverschuldeten Mittelmeerstaat 159 Milliarden Euro, da Private Gläubiger mit 50 Milliarden Euro an der Lösung beteiligt werden.

Blogbeiträge zum Euro- Schuldengipfel liefert heute Morgen Wirtschaftsphilosoph: Befriedigung durch Entscheidung, Pixelökonom: Wenn Europa Griechenland nicht helfen würde, und Verlorene Generation mit einem Kommentar zum Eurozone Summit Draft.

IBM

IBM konnte im zweiten Quartal mit guten Umsatzzahlen in Schwellenländern sowie in Europa aufweisen. Die guten Ergebnisse des Branchenführers erlauben einen positiven Ausblick für IT-Unternehmen. Investorsinside beschreibt die Stimmung der Branche und wie IBM hier wegweisend sein könnte.

Börsen und Geldanlage

Höhenflug der Edelmetalle

In den letzten Tagen beschäftigte sich eine Vielzahl von Blogs mit dem Goldpreis, der Anfang der Woche erstmals über die 1600 Dollar Marke pro Feinunze stieg. Hauptursache für die Flucht der Anleger zu den Edelmetallen sind wohl die Schuldenkrisen in den USA und Europa. Mitte der Woche konnte die Krisenangst an den Märkten allerdings gedämpft werden. Der bevorstehende Eurogipfel am Donnerstag und Meldungen, dass Obama nun doch bereit sei, die Schuldengrenze kurzfristig anzuheben, schafften Aussichten auf Stabilität. Prompt wurde auch dem Höhenflug des Goldpreises Einhalt geboten und der Wert einer Feinunze verblieb auf Vortagesstand.

Einen Ausblick auf Gold und Silber gibt am Donnerstag Björn Junker. Die Börsenblogger schauen auf die bisherigen Entwicklungen der Gold- und Silberpreise und stellen ein Partizipations-Zertifikat vor, das es Anlegern erlaubt über einen Rohstoffkorb in unterschiedliche Edelmetalle zu investieren.


Geldmarkt und Währungen

Staatsfonds

In unserem Wochenrückblick vom 8. Juli konnten wir bereits vom Aufwärtstrend des Schweizer Franken berichten. Für die Schweizer bedeutet der starke Franke allerdings auch die Verteuerung von Exporten. Vor diesem Hintergrund wird die Einrichtung eines solchen Fonds diskutiert, um den Export-Sektor zu unterstützen. ACEMAXX-ANALYTICS analysiert die Möglichkeit eines Schweizer Staatsfonds.

Finanzen und Banking im Web 2.0

New Banking

Blicklog stellt diese Woche das Münchener Unternehmen Finpoint vor, das eine Plattform zur Kreditfinanzierung für Unternehmen mit einem Kreditbedarf ab 50.000 EUR bietet. Hierbei geben Banken Kreditangebote für anonyme Kreditgesuche ab, die zuvor auf der Plattform beschrieben wurden. Hier der ausführliche Artikel über Finpoint.


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Staatliche Hilfspakete fließen in Millionen-Boni für Bankmanager

Montag, 16. Februar 2009

Im Kampf gegen die internationale Finanzkrise haben sich die führenden Industrienationen wochenlang den Kopf darüber zerbrochen, welche Rettungsmaßnahmen wohl am wirkungsvollsten sind, haben Konzepte ausgearbeitet, einen gemeinsamen Aktionsplan erstellt. Wochenlang haben sich die Länderregierungen zusammengesetzt und Tagungen abgehalten, um einen Beschluss zu verabschieden, welche Hilfsmaßnahmen in welchem Umfang zum Einsatz kommen sollen. Alles mit dem Ziel, die ums Überleben kämpfenden Finanzhäuser zu unterstützen, die internationalen Finanzmärkte zu stabilisieren und letztlich zu verhindern, dass die weltweite Finanz- und Konjunkturkrise ungeahnte Ausmaße annimmt.

Banken in Deutschland wurden mit einem Hilfspaket in Milliarden-Höhe bezuschusst. Es handelt sich hier um das wohl größte Banken-Rettungspaket der Deutschen Nachkriegsgeschichte. Dass ein Teil dieser staatlichen Gelder seine Verwendung aber in großzügigen Bonuszahlungen an Bankmanager für das Krisenjahr 2008 findet, war seitens der Regierung nicht so vorgesehen. Angela Merkel gab im Gespräch mit dem Spiegel ihre Empörung über das Handeln der Banken zum Ausdruck. Nach Meinung der Bundeskanzlerin sei es “unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen”. Die Regierung plant nun feste Regeln für Banken, die staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Die Höhe der Boni für Manager soll begrenzt werden. Man möchte für mehr Transparenz sorgen und Vorstände der Banken stärker haftbar machen.

Wie bereits beschrieben, halten wir es für zu einfach, pauschal “Bankkritik” zu üben. Aber zwei Dinge sind verbesserungsbedürftig: das erste Problem ist die starke Entkoppelung der Finanzwelt von der realen Wirtschaft, weil so ein “Schatten-Finanzsystem” entstand, das nun implodiert ist. Zweitens ist mehr Transparenz notwendig. Das betrifft vor allem die Frage, wohin das Geld geht und was damit passiert. Für unseren Marktplatz www.smava.de ist diese Transparenz ein zentrales Element. Denn nur so ist sichergestellt, dass alle Marktteilnehmer vor Ihrer Entscheidung “Kreditaufnahme” oder “Geldanlage” alle wichtigen Informationen einsehen und beurteilen können. Ebenso wichtig wäre es für Bankkunden, vor einer Anlageentscheidung oder Kreditaufnahme alle Informationen zur Verfügung haben, um eine gute Kaufentscheidung treffen zu können. Wir sind uns sicher, dass die zur Zeit stattfindenden Verwerfungen an den Finanzmärkten hierfür eine größere Akzeptanz bei den Banken schaffen werden - alleine schon deshalb, weil immer mehr Kunden dies einfordern.

Viele Grüße
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH