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Studieren - aber wie finanzieren?

Mittwoch, 15. April 2009

An deutschen Unis hat gerade das Sommersemester begonnen. Viele Studenten sind schon “alte Hasen”, für einige fängt ein ganz neuer Lebensabschnitt an. Mindestens für diejenigen, die ein Zweit- oder Aufbaustudium absolvieren, stellt sich die Frage nach der Studienfinanzierung. BAföG wird in der Regel nur für die Förderungshöchstdauer, d.h. die Regelstudiendauer des Erststudiums gewährt. Für ein Zweitstudium muss der Studierende selbst aufkommen. Erschwerend kommt noch hinzu, dass kürzlich in einigen Bundesländern Studiengebühren eingeführt wurden. Das Gut “Bildung” kann somit nicht mehr beliebig konsumiert werden, sondern wurde mit einem Preis versehen, der die Möglichkeiten für Studenten in gewisser Weise einschränkt.

Studenten werden durch diese “Hürde” dazu angehalten, sich vor Antritt des Studiums genau zu überlegen, was sie später beruflich machen möchten, und nicht wahllos ein Studium zu beginnen. Langzeit-Studenten werden nicht mehr so leicht haben wie früher. Aber bereits vor der Einführung der Studiengebühren gab es schon so genannte “Semestergebühren” oder “Semesterbeiträge”. Diese waren jedoch oft nur zur Finanzierung des Studentenwerks nötig und dienten der Finanzierung des Semestertickets. Die Studiengebühren sollen nun einen direkten Einfluss auf die Studienqualität in Deutschland haben. Die Gelder sollen - so das Versprechen der Politiker - direkt in die Qualität der Universitäten fließen. Ob dies in vollem Umfang gewährleistet wird, bleibt abzuwarten. Einen Effekt der Studiengebühren auf die finanzielle Situation der Studenten wird es in jedem Fall geben. Die in der Volkswirtschaftslehre oft erwähnte Lebenszyklushypothese von Franco Modigliani wird oft um einen in Amerika bereits weit verbreiteten Fakt erweitert: Dass Studenten sich in jungen Jahren verschulden und erst ab einem gewissen Alter ein eigenes Vermögen erwirtschaften.

Die Akzeptanz von Studiengebühren ist in den USA wesentlich höher als in Deutschland. Auch die Summe der anfallenden Studiengebühren ist in Deutschland vergleichsweise gering. So ist es nicht verwunderlich, dass in den USA viele Studenten zu Beginn ihres Studiums einen Kredit aufnehmen, um sich ihr Studium zu finanzieren. Man geht also davon aus, dass sich der höhere Bildungsgrad irgendwann auszahlen wird und die Höhe des erwirtschafteten Einkommens mit zunehmendem Alter steigt. Der Kredit kann später umso leichter zurückgezahlt werden.

Auch in Deutschland wird diese Situation in Ansätzen sichtbar: Gerade Studenten aus der unteren Einkommensschicht in Deutschland sind oft auf einen Kredit zur Finanzierung des Studiums angewiesen, sei es in Form eines Darlehens vom Staat (BAföG) oder in Form eines Studentenkredites, den bereits einige Banken anbieten. Im Zuge der Einführung der Studiengebühren wird der Markt der Studentenkredite tendenziell wohl weiter wachsen.

Über den smava Kreditmarktplatz wurden bereits zahlreiche Kredite für die BAföG Rückzahlung, für Fort- und Weiterbildungen oder fürs Studium des Sohnes bzw. der Tochter vermittelt. Auch weiterhin möchten wir mit smava eine Plattform bereitstellen, die es Menschen ermöglicht, fair und unkompliziert Geld für Bildungszwecke zu leihen.

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH