Einträge mit den Tags ‘Transparenz’

Will (und kann) jedermann und -frau ein Banker sein?

Freitag, 6. November 2009

Vor kurzem erschien eine Pressemitteilung der Beratungsgesellschaft Expacto mit der Überschrift “Keiner will Banker sein”.

Dort wird behauptet: “Die Menschen sind nicht reif für ihre neue soziologische und wirtschaftliche Rolle als Banker”. Tatsächlich? Das hat uns überrascht, weil wir jeden Tag genau das Gegenteil erleben. Das haben wir zum Anlass genommen, das Thema etwas genauer zu analysieren (eine weitere aktuelle Analyse zu dem Thema findet sich bei Lothar Lochmaier).

Einmal selbst Banker spielen - das war bis vor wenigen Jahren noch Wunschdenken für viele Menschen. Mittlerweile ist das durch die Entwicklung von Social Communities und Online-Kreditmarktplätze wie Zopa, Prosper oder smava für viele Menschen relativ normal. Das ist ein erheblicher Fortschritt.

Erstens bieten Online-Kreditbörsen Anlegern ein Produkt, das ihr Bedürfnis nach Transparenz und Selbstbestimmung erfüllt. Transparenz entsteht vor allem durch den Erfahrungsaustausch unter Privatanlegern und Experten über Foren, Blogs und Online-Communites: noch nie war er so intensiv wie heute. Damit wird es für Anleger möglich, sich für Anlageentscheidungen nötiges Wissen einfacher anzueignen. Das zeigt beispielsweise eine Studie der Aktien-Community Stockflock: Finanz-Communities erkennen Kurspotentiale besser als Profis.

Selbstbestimmung bedeutet, dass Privatanleger ihre Finanzen nicht mehr in die Hände eines Bankberaters geben müssen, sondern sich selbst informieren und entscheiden. In Zeiten der Finanzkrise, wo das Vertrauen gegenüber Banken stark gesunken ist, hat dieses Bedürfnis erheblich zugenommen. Deshalb hat es uns auch nicht überrascht, dass Anleger bei smava in einer Online-Umfrage die Selbstbestimmung als eines der zentralen Motive für ihre Geldanlage genannt haben.

Zweitens bieten Kreditmarktplätze für private Anleger erstmals Zugang zur Anlageklasse “geprüfte Privatkredite”, die bisher nur institutionellen Anlegern zugänglich war. Insbesondere Konsumentenkredite sind oft Bestandteil vieler Kreditportfolios gewesen und haben eine gute Rendite ermöglicht. Mit Anbietern wie smava können Anleger direkt in Kreditprojekte investieren und sich so ihr eigenes Kreditportfolio zusammenstellen.

Und wie zukunftsträchtig ist dieser Trend? Unabhängige Finanzexperten wie die Stiftung Warentest sind der Meinung, dass Online-Kreditbörsen wie smava ein hohes Zukunftspotential haben. Im Radiobeitrag zur Finanztest 11/2009 heißt es: “Die Idee (…) ist gut und in Zukunft könnte das Konzept Banken und Sparkassen ernsthaft Konkurrenz machen.”

Zusammenfassend läßt sich festhalten, dass die bisherige Entwicklung im Finanzbereich das Gegenteil zeigt: so konnte beispielsweise smava sein Kreditvolumen vom zweiten Quartal zum dritten Quartal 2009 knapp verdoppeln - vor allem, weil immer mehr Anleger selbst als Banker handeln möchten!

Viele Grüße
Alexander Artopé

Zwischen Banking 0.5 und 2.0

Mittwoch, 10. Juni 2009

von Dirk Elsner*

Die “Finanz- und Wirtschaftskrise” hat sich in den letzten Wochen mit neuen dramatischen Schlagzeilen zurückgehalten. Das bedeutet nicht, dass die Krise einen Wendepunkt erreicht haben muss oder gar ihrem Ende entgegengeht. In den letzten Wochen keimen aber immerhin zarte Hoffnungspflänzchen auf. Mut machen Meldungen, dass sich Banken untereinander wieder mehr vertrauen. Unterdessen klemmt es aber weiter im Kreditgeschäft.

Noch keine erkennbare Neupositionierung traditioneller Banken

Eine echte Neupositionierung der traditionellen Banken und einzelner Geschäftsfelder bleibt bislang einer breiteren Öffentlichkeit verborgen. Immerhin wird in Fachkreisen diskutiert. Aus Gesprächen mit Bankern höre ich weiterhin eine relativ große Zurückhaltung, neue Wege zu gehen. Vielfach ist man mit der Stabilisierung gegenwärtiger Geschäftsmodelle beschäftigt. Für neue Ansätze scheint da (noch) wenig Platz zu sein.

Zu den ständig wiederholten Vorschlägen aus dem Banksektor gehört die Anforderung an das eigene Gewerbe, das Vertrauen wieder herzustellen und dies z.B. mit Transparenz zu erreichen. Dabei bleibt es meist bei diesem Bekenntnis, das damit zu einer Floskel verkommt, weil es nicht mit inhaltlichen Vorschlägen unterfüttert wird.

Schleichender Umbruch

Der Umbruch kommt schleichend. Dass nicht bereits viel mehr Kunden ihre Vermögen umdisponiert haben, liegt an einer nachvollziehbaren Trägheit vieler Anleger im Umgang mit Geld (man wechselt halt nicht täglich seine Bank). Und es mangelt (noch) an Alternativen bzw. diese Alternativen haben noch nicht die aus Kundensicht notwendige Reputation erreicht. Um bei der Pflanzenmetapher zu bleiben: Die Kunden wollen zunächst erste Blüten sehen, bevor sie in den neuen Garten gehen.

Um Reputation aufzubauen, benötigt eine Bank neben guten Ideen, einem validen Geschäftsmodell und geduldigen Investoren vor allem Geduld. Dies scheint die Quirin Bank zu haben, die ein Modell der Honorarberatung aufgebaut hat, bei dem es keine versteckten Entgelte oder gar Kick-backs an die beratende Bank geben soll.

Banking 2.0 mehr als nur ein Buzzwort?

Das Stichwort Banking 2.0 ist für viele traditionelle Institute weiter ein Fremdwort. Mit dem zugegeben mittlerweile überstrapazierten “Hype-2.0-Begriffen” sind freilich hohe Erwartungen an die wie auch immer geartete Einbeziehung der Kunden verbunden. Dies kann sich keinesfalls auf ein paar Kundenumfragen beschränken oder einem Kontaktformular auf der Homepage. Die Institute müssen lernen, das Web 2.0 zu verstehen und daraus Leistungen zu generieren.

Aber gerade vor Begriffen wie Banking 2.0 grault es vielen Bankern. Ihnen steht hier ihr traditionelles Denken im Wege. Sie verwechseln offenbar Offenheit und Transparenz mit der Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen oder gar Kundendaten.

Mangel an Experimentierfreude?

Während viele Mitarbeiter oder mittlere Führungsebenen sich mehr Offenheit und Experimentierfreude vorstellen können, verweigert die Führungsspitze den Dünger für neue Ideen. Hier mangelt es an einer Kultur des Herumprobierens, die auf Basis von Trial and Error-Prozessen mit neuen Leistungen experimentiert. Experimentieren wird gern mit dem Eingehen unkalkulierbarer Risiken gleich gesetzt. Dabei hat gerade das Nachahmen US-amerikanischer Geschäftsmodelle deutsche Institute zum “Weltmeister riskanter Bankgeschäfte” gemacht.

Hier wünscht man sich mehr Mut, hat es aber möglicherweise mit einem kulturellen Hemmnis zu tun, wie Nasim N. Taleb in seinem Buch der “Schwarze Schwan” vermutet. In Europa und Asien sei es nach seiner Auffassung nicht angesagt, Misserfolge zu produzieren.

Zaghafte Aufblühen einer neuen Bankingkultur

Die Einschätzungen von Taleb werden aber glücklicherweise durch neue spannende Ansätze, wie man Mehrwerte aus der Community ziehen kann, widerlegt. Dies zeigen etwa Börsenportale wie Sharewise, dessen Service ein gutes Beispiel für eine neue Dimension der Transparenz sein könnte. smava “revolutioniert” die Kreditvergabe durch die Delegation der Kreditvergabeentscheidung an die Einleger (Fachwort peer-to-peer lending). Ein sehr interessanter Ansatz, bei dem Kredite direkt zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber vermittelt werden. Solche Ansätze könnte man mit der entsprechenden Plattform leicht ausweiten auf die Bereitstellung von Eigenkapital für kleinere und mittlere Unternehmen.

Weitere spannende Geschäftsmöglichkeiten liegen in neuen Instrumenten zum Risikomanagement, wie sie z.B. Robert Shiller in seiner neuen Finanzordnung sehr konkret beschreibt. Trotz populistischer Kritik an derivativen Finanzinstrumenten, sollte nicht vergessen werden, dass sie ursprünglich geschaffen wurden, um Risiken zu begrenzen. Statt sie Applaus heischend zu verdammen, könnte mehr Energie darauf gesetzt werden, Derivate sinnvoll einzusetzen und auf weitere Anwendungsmöglichkeiten auszudehnen.

Shiller und Taleb, die beide deutliche Kritik am Bankwesen in der bisherigen Prägung üben, plädieren keineswegs für die Risikovermeidung. Das Gegenteil ist der Fall. Beide sagen, wir als Menschen und Gesellschaft können uns nur weiterentwickeln, wenn wir weiter bereit sind, Risiken eingehen. Wir müssen dabei die positiven Risiken suchen (Taleb) und uns gegen negative Risiken absichern können (Shiller). Während Taleb dafür plädiert, durch Herumprobieren bewusst nach positiven Schwarzen Schwänen zu suchen, empfiehlt Schiller die Förderung persönlicher auch exotischer Neigungen und deren Absicherung gegen wirtschaftliche Risiken durch neu zu schaffende Derivate.

Einbeziehung der Community

Weitere Entwicklungen in Richtung Banking 2.0 verspricht der von Kröner ins Leben gerufene Blog von fidor, der sich explizit mit Banking 2.0-Ansätzen auf Xing (Zugang nur mit Registrierung) befasst. Die Fidor Community Banking fördert über die Seite gemege.de die Diskussion mit den Nutzern von Bankdienstleistungen, z.B. darüber, welche Produkte Sinn machen und welche keinen Sinn.

Fidor zeigt, dass Anregungen der Kunden ernst genommen werden können, was nicht bedeutet, dass man alles machen muss, was die Community vorschlägt. Auch im Banking 2.0 gilt die Gravitationstheorie der Finanzwelt.

Banking 2.0 auch für die Finanzierungsseite

Banking 2.0 beschränkt sich nicht auf die Vermögensanlage oder auf die Dienstleistungsseite. Noch immer kommt der Kreditvergabeprozesse einer “Kreditgewährung” gleich, einem Prozess zwischen ungleichen Partnern, in dem viele Kreditsachbearbeiter ihre Kreditnehmer die Abhängigkeit auf sehr subtile Art spüren lassen. Dieses Denken ist überholt. Kreditinstitute dürfen sich nicht nur in ihre Sonntagsrhetorik als Partner herausputzen, sondern müssen dies auch im Geschäftsalltag mit entsprechenden Instrumenten umsetzen.

Änderungen in den Kreditprozessen bedeuten nicht, riskante Kredite an bonitätsschwache Kreditnehmer zu vergeben. Neue Wege bedeuten etwa, den Kreditnehmern Hilfestellungen und Instrumente an die Hand zu geben, um Risiken bessern erkennen und steuern zu können. Hier lassen sich neue Dienstleistungsfelder und natürlich Geschäftsmöglichkeiten für Banken erschließen.

Auf einer Konferenz zum Thema Kreditverbriefung in dieser Woche war mir aufgefallen, dass die originären Bedürfnisse der nach Finanzierung suchenden Unternehmen, insbesondere des Mittelstands, zu kurz kommen. Die Branche nähert sich nämlich den Finanzierung suchenden Unternehmen von der Anlageseite. Ausgangspunkt der Überlegungen ist stets, wie schaffe ich es Investoren zurück an den Markt zu bekommen und meine Bankrisiken so zu strukturieren, dass die Bank wieder mehr Geschäft machen kann. Erst dann stellt man sich die Frage, ob ein Finanzierung suchendes Unternehmen in dieses Geschäftsmodell passt.

Die Branche sollte es hier einmal wagen, die Denkrichtung zu ändern und vom Finanzierungsuchenden den Prozess zu betrachten. Statt “investment first” also “financing first”. Sie sollte sich also zuerst die Frage stellen, was braucht ein Unternehmen für seine Finanzierung an Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten. Anschließend kann man schauen, wie die Risikostrukturierung und die Refinanzierung durch Investoren auf diese Bedürfnisse ausgerichtet werden kann.

* Der Autor Dirk Elsner, 45 J., ist Diplom Kaufmann und Unternehmensberater, lebt in Bielefeld und hat in der Geschäftsführung mittelständischer Unternehmen und als Bereichsleiter in Banken gearbeitet. Er hat die DE Wirtschaftsberatung, Bielefeld gegründet, eine Unternehmensberatung, die mittelständische Unternehmen in Bielefeld, Ostwestfalen und Deutschland berät und unterstützt. Gemeinsam mit der auf Finandienstleister spezialisierten Beratung Innovecs berät er Banken.

Ist smava eine Google-Bank?

Mittwoch, 20. Mai 2009

Das Internet hat die Art, wie wir leben und arbeiten in vielen Bereichen grundlegend verändert. Beispielsweise haben Online-Broker wie Cortal Consors in der Finanzbranche Ende der 90er Jahre die Spielregeln der klassischen Wertpapier-Broker auf den Kopf gestellt und bessere Preise für Konsumenten ermöglicht.

Eine vergleichbare Verbesserung im Kreditgeschäft bewirken Online-Kreditbörsen. Dort können Geldgeschäfte direkt zwischen Anlegern und Kreditnehmern vorgenommen werden. Die Nachfrage nach diesen Online-Kreditbörsen steigt weltweit. Die Vorteile liegen auf der Hand: Internet-Kreditbörsen sind einfach zu bedienen, bieten faire Preise und punkten durch eine soziale Komponente. Zudem bieten die Kreditbörsen mehr Transparenz und mehr Selbstbestimmung als die Zusammenarbeit mit einer Bank. Der Marktführer in Deutschland ist www.smava.de mit über 9m. EUR vermitteltem Kreditvolumen.

Jeff Jarvis, Professor für interaktiven Journalismus an der City University of New York und Betreiber des populären Medienblogs Buzzmachine.com, spricht in seinem Buch “Was würde Google tun? Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert.” im Zusammenhang mit Online-Kreditbörsen von der “Google-Bank”. Gar nicht so abwegig: Wer heute einen Kredit braucht, gibt bei Google einfach “Privatkredit” ein, meldet sich bei einer Online-Kreditbörse an und bekommt innerhalb von wenigen Tagen seinen Wunsch-Kredit.

Jarvis ist der Meinung, dass Banken zwar nicht vollständig durch solche soziale Kreditsysteme ersetzt werden. Aber Online-Kreditbörsen können sich von deren Geschäft durchaus eine Scheibe abschneiden. Laut Jarvis sind die Voraussetzungen ideal, dass sich neue Geschäftsmodelle wie Kreditbörsen oder Finanz-Communities weltweit auch langfristig durchsetzen. Jarvis kann sich sogar vorstellen, dass es in naher Zukunft bald eine weltweit gültige virtuelle Währung gibt, die sich “Google-Geld” nennt … In eigener Sache: zur Zeit planen wir noch nicht, “smava-Geld” einzuführen ;-)

Viele Grüße
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

Wie stehen die Deutschen dem Thema Geld gegenüber?

Dienstag, 12. Mai 2009

Hat Sie auch schon immer interessiert, wem Ihr Nachbar sich beim Thema Geld anvertraut? … oder ob er beim Gehalt manchmal ein paar Euros dazu schwindelt? Genau solchen Fragen ist die comdirect Bank mit einer Studie, die in Zusammenarbeit mit dem Forschungsinstitut forsa durchgeführt wurde, auf den Grund gegangen. Anlass war das Bestreben, als Bank seine Kunden besser zu verstehen, also genau nachzuvollziehen, wie Menschen über das Thema Geld denken, wie sie mit dem Thema umgehen, was sie zu bestimmten Handlungen bewegt - und auf welcher Wissensbasis. Wir sind uns sicher, dass das auch die smava Nutzer interessiert und haben für Sie die interessantesten Ergebnisse zusammengefasst:

  • Dass Geld ein Tabuthema ist, hat sich durch die Studie bestätigt. “Über Geld redet man nicht” haben 72% der Befragten bejaht. Bei Freunden, Verwandten und Bekannten reden die Deutschen sogar lieber über ihr Sexleben (8%) als über ihr Einkommen (4%).
  • Jeder fünfte Deutsche gibt zu, dass er es in Gesprächen mit Freunden und Bekannten beim Thema Gehalt mit der Wahrheit nicht ganz so genau nimmt und seine finanzielle Situation etwas schlechter oder besser darstellt als sie tatsächlich ist. Ihren Lebenspartnern geben die meisten Deutschen dagegen ganz unverfälscht die Höhe ihres Gehalts preis.
  • Der Lebenspartner ist auch die Person, denen die Deutschen beim Thema Geld grundsätzlich das meiste Vertrauen schenken. Im Unterschied dazu ist das Vertrauen gegenüber Finanzberatern vergleichsweise gering: Nur die Hälfte der deutschen Verbraucher verlässt sich auf den Berater eines Geldinstituts. Aber dennoch: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser! Denn jeder sechste Deutsche kontrolliert ganz gerne heimlich die Ausgaben seines Ehe-/ Lebenspartners. Bei 23% der Befragten kommt es wegen Geldangelegenheiten sogar zum Streit.
  • Erstaunlich finden wir außerdem die Ergebnisse in punkto Finanzwissen: Tatsächlich weiß ein Viertel der deutschen Bevölkerung nicht, welche Bedeutung hinter dem Begriff Inflation steckt. 43% der Befragungsteilnehmer fühlen sich bei Finanzfragen überfordert.
  • Die meisten Deutschen (71%) haben durch die Finanzkrise das Vertrauen in das Wirtschaftssystem verloren, jedoch nur 21% haben auch Konsequenzen daraus gezogen, beispielsweise durch mehr Achtsamkeit oder Sparsamkeit.
  • Sehr interessant ist auch die Erkenntnis, dass diejenigen, die Geld an Freunde oder Bekannte verleihen, dies an bestimmte Bedingungen knüpfen: 84% der privaten Geld-Verleiher möchten wissen, wofür das Geld bestimmt ist. Wichtig dabei ist vor allem, dass das Geld möglichst sinnvoll zum Einsatz kommt und nicht etwa für die Begleichung von Spielschulden oder eine Schönheits-OP verwendet wird.

Letzteres ist ein Punkt, der bei smava von zentraler Bedeutung ist. Denn die Transparenz wofür das Geld verwendet wird, ist für viele Anleger eine wichtige Motivation, bei smava mitzumachen. Man entscheidet selbst, wem man das Geld gibt und wofür - normalerweise für Themen, die einem selbst am Herzen liegen. Die 2007 im Auftrag von smava vom Meinungsforschungsinstitut tns infratest durchgeführte Studie “Wie verleihen Deutsche privat Geld - und wofür?” kommt zu einem ähnlichen Ergebnis: Die Bereitschaft, Geld an andere Privatleute zu verleihen, ist vom Einsatzzweck abhängig. Am liebsten wird Geld verliehen, wenn der Geldgeber die Leidenschaft des Kreditnehmers teilt oder das Gefühl hat, der anderen Person bei einer “guten” Sache zu helfen, beispielsweise wenn es um Weiterbildung, Studium, Familienfeiern oder Umschuldung geht. Im Vergleich zur aktuellen forsa-Studie war der Anteil der Deutschen, die angegeben haben, privat Geld zu verleihen, 2007 noch niedriger und lag bei etwa einem Viertel. Mittlerweile verleihen laut forsa-Studie bereits 60% der Deutschen privat Geld.

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

smava feiert zweiten Geburtstag

Mittwoch, 25. März 2009

Liebe smava Community,

vor rund 2 Jahren ist www.smava.de an den Start gegangen. Um genau zu sein, war es der 24. März 2007 gegen 20 Uhr, als wir auf den Startknopf des Servers gedrückt haben und das Angebot das erste Mal im Netz zu sehen war. Aber unser “offizieller” Geburtstag ist der 25. März 2007, weil wir an diesem Tag erstmals komplett online waren. Vorangegangen war ein Jahr der Vorbereitung und naturgemäß wenig Schlaf in den letzten Wochen vor Start. Deshalb waren wir sehr müde, aber glücklich.

Belohnt wurden wir durch die begeisterten Reaktionen von smava Kunden und der Berichterstattung. Wir können uns noch gut an die ersten Forumkommentare und Telefongespräche mit den ersten Nutzern erinnern, von denen wir viel wertvolles Feedback zum Marktplatz erhalten haben. Ebenso gewaltig war das Presseecho in den ersten Wochen: von Spiegel, BILD und diversen TV-Sendern wie SAT.1 oder Bloomberg TV gab es eine breite Berichterstattung.

Seitdem ist smava mit einem Gesamtvolumen von knapp 8 Millionen Euro vermitteltem Kreditvolumen zur führenden Kreditbörse im deutschen Internet geworden. Was haben wir zusammen mit unseren Kunden erreicht?

Erstens ist es uns mit smava gelungen, eine neue Dimension der finanziellen Selbstbestimmung in Deutschland anzubieten. Das klingt immer etwas hoch gegriffen, aber es trifft den Kern der Sache. Die Innovation ist zusammengefasst: “Man ist nicht mehr Bittsteller, sondern ein gleichberechtigter Partner”. Warum? Weil viele, die bereits bei einer Bank einen Kredit aufgenommen haben, diese Erfahrung in Zukunft gerne vermeiden würden. Weil das Erlebnis keinen guten Nachgeschmack hinterlässt. Weil man das Gefühl hat, nicht alles sofort offen gelegt zu bekommen, sondern nur durch gezieltes Nachfragen die tatsächlichen Konditionen erhält. Weil man immer wieder spürt, dass man eigentlich in der schwächeren Position ist. Das ist bei smava deutlich anders. Um die Kirche im Dorf zu lassen: natürlich müssen auch wir im Vorfeld Anfragen von Kreditnehmern ablehnen. Aber dennoch ist es ein gänzlich anderes Gefühl, bei smava einen Kredit aufzunehmen. Man kann den Zins selbst festlegen und hat das Heft des Handelns selbst in der Hand. Wie der smava Kreditnehmer Gregor es auf den Punkt bringt: “smava ist für mich eine Möglichkeit, einen Kredit zu bekommen, ohne das Gefühl zu haben, dass man einen klassischen Kredit aufnimmt”.

Zweitens bietet smava für eine Finanzdienstleistung Transparenz und Fairness, die im Kreditbereich sehr selten ist. Bei smava sieht man als Kreditnehmer vorab, welchen Zins man ungefähr zahlen wird. Ein Blick auf die für jeden öffentlich zugänglichen Marktplatzstatistiken zeigt, für welche Bonitätsklasse welche Zinshöhe gezahlt wird. Einzige Voraussetzung hierfür ist, dass man seinen SCHUFA-Score kennt, den man bei smava kostenfrei erfragen kann. Fragen Sie mal bei Ihrer Hausbank, welchen Zins Sie ungefähr erhalten und Sie werden überrascht sein: diese Information wird Ihnen oft erst bei Vertragsunterzeichnung gegeben. Zudem gibt es bei smava weder Vorabgebühren, versteckte Gebühren oder eine Vorfälligkeitsentschädigung.

Drittens kann man bei smava direkt miteinander Geldgeschäfte vornehmen. In Zeiten der Finanzkrise sind viele Menschen alleine deswegen zu smava gekommen. Ähnlich wie bei Mikrokrediten entscheidet man als Anleger selbst, wem man sein Geld gibt und wofür es verwendet wird. Das klingt einfach, ist es aber nicht. Bisher legen Anleger ihr Geld anonym bei einer Bank an und überlassen es der Bank, was mit dem Geld geschieht. Es ist aber eine vollkommen neue Sache, hier selbst zur Bank zu werden, gemäß dem Motto “Die Bank sind Sie”, wie Stiftung Warentest smava vor kurzem beschrieben hat. Es ist für unsere Anleger eine wichtige Sache, die für sie relevanten Themen zu finanzieren. Natürlich gibt es auch viele, die primär an der Rendite interessiert sind. Aber gerade die Kombination aus einer guten finanziellen und - wie wir es nennen - “sozialen Rendite” ist die durch smava erreichte Innovation.

Wir haben noch viel vor. Denn obwohl wir bereits in den vergangenen zwei Jahren mit der smava Community und unseren Kunden viel erreicht haben, ist eine Online-Kreditbörse wie smava in Deutschland immer noch etwas neues. Ebenso waren Ende der neunziger Jahre Internet-Auktionen noch neu. Kaum jemand hat darüber nachgedacht, sich sein Fahrrad oder seine Küche über das Internet zu ersteigern. Heute ist das Alltag. Genauso wird es bald üblich sein, einen Kredit von Mensch zu Mensch über eine Online-Kreditbörse zu leihen oder verleihen. Die ersten wichtigen Schritte haben wir gemeinsam genommen. Dafür bedanken wir uns herzlichst bei allen, die uns unterstützt haben!

Beste Grüße und gute Geschäfte auf smava,

Alexander Artopé, Sebastian Rieschel, Eckart Vierkant
smava Gründer und Management

Diskussionsrunde zum Thema Social Banking auf der CeBIT 2009

Mittwoch, 4. März 2009

Noch bis einschließlich Sonntag, 08. März 2009, findet die weltweit größte und populärste Messe für digitale Lösungen aus der Informations- und Kommunikationstechnik statt: Die CeBIT in Hannover.

Mittlerweile sind wir in unserer Gesellschaft an einem Punkt angelangt, wo das Internet auf sämtliche Lebensbereiche so starken Einfluss nimmt, dass es gar nicht mehr wegzudenken ist. Wirtschaft, Medien, Bildung, Infrastruktur oder Freizeitgestaltung - all diese Bereiche wären ohne das Netz heute gar nicht mehr vorstellbar. Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltung CeBIT steht daher das Thema Webciety - ein Neologismus, der aus den Begriffen web und society besteht und nichts anderes bedeutet als “Netzgesellschaft”.

Fast jeder deutsche Verbraucher ist heute Mitglied einer Online-Community, entweder um privat neue Leute kennen zu lernen oder um sich beruflich stärker mit Geschäftspartnern zu vernetzen. Auch das Social Banking ist eine Entwicklung, die erst durch das schnelle Wachstum des Internet entstehen konnte. Grundlage hierfür ist die hohe Akzeptanz von Online-Banking, das über 20 Millionen Deutsche regelmäßig nutzen. Ziel von Social Banking Plattformen wie www.smava.de ist, sich auf einem Online-Marktplatz transparent und selbstbestimmt Geld zu leihen. Damit können Menschen ohne Banken direkt miteinander Geldgeschäfte vornehmen und erhalten bessere Konditionen als bisher.

Im Rahmen der pre:publica auf der Webciety Area der CeBIT 2009 wird smava Geschäftsführer Alexander Artopé am Freitag, 06. März 2009 um 16.10 Uhr, über das Thema Social Banking sprechen. Welche Auswirkungen haben Finanz-Communities auf die klassischen Finanzdienstleistungen? Welche Chancen ergeben sich durch Banking 2.0 für Privatverbraucher? In einer Diskussionsrunde werden sich Alexander Artopé, Boris Janek (VR­NetWorld GmbH), Alexander Hauser (SparkassenFinanzportal GmbH) und Matthias Kröner (Fidor AG) gegenseitig Rede und Antwort stehlen.

Hier können Sie sich die Diskussionsrunde noch einmal anschauen

Viele Grüße
das smava Team

Staatliche Hilfspakete fließen in Millionen-Boni für Bankmanager

Montag, 16. Februar 2009

Im Kampf gegen die internationale Finanzkrise haben sich die führenden Industrienationen wochenlang den Kopf darüber zerbrochen, welche Rettungsmaßnahmen wohl am wirkungsvollsten sind, haben Konzepte ausgearbeitet, einen gemeinsamen Aktionsplan erstellt. Wochenlang haben sich die Länderregierungen zusammengesetzt und Tagungen abgehalten, um einen Beschluss zu verabschieden, welche Hilfsmaßnahmen in welchem Umfang zum Einsatz kommen sollen. Alles mit dem Ziel, die ums Überleben kämpfenden Finanzhäuser zu unterstützen, die internationalen Finanzmärkte zu stabilisieren und letztlich zu verhindern, dass die weltweite Finanz- und Konjunkturkrise ungeahnte Ausmaße annimmt.

Banken in Deutschland wurden mit einem Hilfspaket in Milliarden-Höhe bezuschusst. Es handelt sich hier um das wohl größte Banken-Rettungspaket der Deutschen Nachkriegsgeschichte. Dass ein Teil dieser staatlichen Gelder seine Verwendung aber in großzügigen Bonuszahlungen an Bankmanager für das Krisenjahr 2008 findet, war seitens der Regierung nicht so vorgesehen. Angela Merkel gab im Gespräch mit dem Spiegel ihre Empörung über das Handeln der Banken zum Ausdruck. Nach Meinung der Bundeskanzlerin sei es “unverständlich, dass Banken, denen der Staat unter die Arme greift, in vielen Fällen gleichzeitig riesige Bonussummen auszahlen”. Die Regierung plant nun feste Regeln für Banken, die staatliche Hilfen in Anspruch nehmen. Die Höhe der Boni für Manager soll begrenzt werden. Man möchte für mehr Transparenz sorgen und Vorstände der Banken stärker haftbar machen.

Wie bereits beschrieben, halten wir es für zu einfach, pauschal “Bankkritik” zu üben. Aber zwei Dinge sind verbesserungsbedürftig: das erste Problem ist die starke Entkoppelung der Finanzwelt von der realen Wirtschaft, weil so ein “Schatten-Finanzsystem” entstand, das nun implodiert ist. Zweitens ist mehr Transparenz notwendig. Das betrifft vor allem die Frage, wohin das Geld geht und was damit passiert. Für unseren Marktplatz www.smava.de ist diese Transparenz ein zentrales Element. Denn nur so ist sichergestellt, dass alle Marktteilnehmer vor Ihrer Entscheidung “Kreditaufnahme” oder “Geldanlage” alle wichtigen Informationen einsehen und beurteilen können. Ebenso wichtig wäre es für Bankkunden, vor einer Anlageentscheidung oder Kreditaufnahme alle Informationen zur Verfügung haben, um eine gute Kaufentscheidung treffen zu können. Wir sind uns sicher, dass die zur Zeit stattfindenden Verwerfungen an den Finanzmärkten hierfür eine größere Akzeptanz bei den Banken schaffen werden - alleine schon deshalb, weil immer mehr Kunden dies einfordern.

Viele Grüße
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

Anleger verlieren das Vertrauen in Banken

Dienstag, 3. Februar 2009

Im Zuge der Finanzkrise sind Besserverdiener misstrauischer gegenüber Banken geworden. Das belegt der aktuelle German Wealth Monitor (GWM) - eine Studie, die vom Frankfurter Institut BrandControl seit 2006 zweimal jährlich unter 1.000 deutschen Top-Verdienern durchgeführt wird. Neben Anlageverhalten und Mediennutzung werden vor allem Einstellungen zu Banken sowie das Vertrauen in die Geldinstitute untersucht.

Die Inanspruchnahme der staatlichen Rettungspakete durch angeschlagene Banken wird laut GWM von Spitzenverdienern zwar grundsätzlich positiv bewertet und als hilfreiches Mittel angesehen, um die Finanzkrise schneller zu überwinden. Andererseits fördert dies nicht gerade die Reputation und das Kundenvertrauen. Nach Meinung von Dr. Harald Jossé, Geschäftsführer BrandControl, müssen Banken ihren Kunden jetzt glaubwürdig vermitteln, dass die Sicherheit der Geldanlage an oberster Stelle steht. Sie müssen Wege aufzeigen, wie sie sich zukünftig gegen ähnliche Entwicklungen und Risiken absichern wollen. Nur dann wird es den Banken gelingen, das Vertrauen ihrer Anleger zurückzugewinnen.

Deutsche Spitzenverdiener haben in Bezug auf ihre Geldanlage zunehmend Bedürfnis nach erhöhter Sicherheit, transparenter und aufrichtiger Kommunikation. Jeder vierte Anleger, der im Rahmen des German Wealth Monitor befragt wurde, hat vor, sein Anlageverhalten zu ändern. Der Trend geht eindeutig weg von risikoreichen hin zu sicheren Anlageklassen. Außerdem vertrauen vermögende Anleger immer weniger auf die Anlagetipps der Bankberater und möchten ihr Vermögen zunehmend selbst verwalten.

Dass sich immer mehr Privatanleger nach Alternativen umschauen, merken wir bei smava deutlich und sehen in den letzen Monaten einen enormen Zuwachs bei Anlegern.

Investments auf dem smava Kreditmarktplatz weisen eine sehr geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen auf. Das Risiko der auf smava finanzierten Kredite ist wenig volatil und verhält sich unabhängig von der Entwicklung auf den Aktienmärkten. Angesichts der guten Renditen, die selbst nach Abzug des Risikoaufschlags und der ab 09.02. anfallenden Bearbeitungsgebühr zu erzielen sind, eignet sich eine smava Geldanlage hervorragend für die Depotbeimischung - ganz im Sinne einer wirkungsvollen Diversifikation. Durch die German Wealth Monitor Studie sehen wir uns auch darin bestätigt, einen Marktplatz zu schaffen, der Sicherheit, Transparenz und Fairness bietet und es den Nutzern ermöglicht, selbstbestimmt gute Geschäfte miteinander zu machen.

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

Diversifikation - mehr Rendite bei geringerem Risiko

Mittwoch, 10. Dezember 2008

Sein Kapital sinnvoll und rentabel anzulegen, ist kein Kinderspiel. Wer sich eine möglichst hohe Rendite zum Ziel setzt, hat bis vor ein paar Monaten noch mutig in Aktien investiert und damit ein vergleichsweise hohes Risiko in Kauf genommen. Im Hinblick auf die Finanzkrise sind Anleger mittlerweile aber zunehmend vorsichtiger geworden und schichten ihr Kapital in andere Anlageklassen um. Ob man sein Geld nun auf dem (vermeintlich sicheren) Bankkonto parkt, Anleihen kauft oder in riskante Wertpapiere investiert - bei jeder Anlageklasse besteht ein Risiko bis hin zum Kapitalverlust.

Es gibt verschiedene Strategien, dieses Risiko zu minimieren. Die wohl wichtigste ist die Risikostreuung, auch Diversifikation genannt. Das heißt, man verteilt sein Kapital auf viele verschiedene Anlageklassen mit jeweils unterschiedlich hohem Risiko und erreicht damit in Summe eine Risikominderung. Je mehr unterschiedliche Anlageprodukte man in sein Depot holt, desto stärker ist das Risiko verteilt und desto geringer ist der Kapitalausfall. Harry M. Markowitz, 1990 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet für seine Moderne Portfoliotheorie, lieferte den Beweis, dass durch eine optimale Diversifikation eine sehr viel höhere Rendite bei gleichzeitig geringerem Risiko erreicht werden kann. Viele erfolgreiche Fondsmanager machen sich diesen Effekt zu Nutze, indem sie auf die moderne Portfoliotheorie zurückgreifen. Eine jüngst veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung kommt ebenfalls zu dem Ergebnis, dass das Kapitalverlustrisiko bei zu geringer Streuung auf verschiedene Anlageklassen besonders hoch ist.

Die meisten deutschen Privatanleger sind eher risikoscheu. Umso mehr verwundert es, dass die Deutschen ihr Vermögen auf nur sehr wenige Anlageklassen konzentrieren. Jeder fünfte Haushalt investiert in nur eine einzige Anlageklasse. Bei knapp der Hälfte aller deutschen Haushalte besteht das Portfolio zumindest aus zwei bis drei Anlagearten, nur etwa 18% verteilen ihr Kapital auf mindestens vier verschiedene Anlageprodukte (Quelle: FTD vom 06.11.2008). Deutsche Privatanleger haben also noch nicht erkannt, wie wichtig eine optimale Diversifikation ist und welches Potential in einem breit gestreuten Anlageportfolio steckt.

Investments auf dem smava Kreditmarktplatz eignen sich gut, um sein Depot mit einer weiteren Anlageklasse beizumischen und damit den festverzinslichen Anteil seines Anlageportfolios optimal zu ergänzen. Diese Geldanlage korreliert kaum mit anderen Anlageklassen. Da bei smava keine Bank mitverdient, können sich Anleger und Kreditnehmer diese Marge teilen. Daraus resultieren niedrigere Zinsen für Kreditnehmer und höhere Renditen für Anleger. Durch die Anleger-Pools ist das Risiko über den Risikoaufschlag gut planbar. Der Marktplatz bietet Anlegern ein sehr hohes Maß an Transparenz und nur geringe Volatilität. Mit dem Ziel, das Risiko auf dem Kreditmarktplatz so niedrig wie möglich zu halten, können Anleger ihr Kapital nach dem Prinzip der Risikostreuung auf viele verschiedene Bonitätsklassen verteilen.

Viele Grüße,
Eckart Vierkant, Geschäftsführer smava GmbH

Finanzkrise - eine Folge mangelnder Risikotransparenz?

Mittwoch, 24. September 2008

Die internationale Finanzkrise erreicht ihren Höhepunkt: Die US-Regierung lässt nichts unversucht, um eine fortlaufende Pleitewelle bei den Banken zu verhindern. Der aktuelle Plan der US-Regierung sieht vor, mit einem 700 Milliarden Dollar schweren Rettungsfond die faulen Kredite aufzukaufen und damit den angeschlagenen Finanzhäusern wieder zu Liquidität zu verhelfen. Insgesamt soll dies zur Stabilisierung der erschütterten Finanzmärkte beitragen. Auch andere Industriestaaten sollen dem Beispiel folgen und sich am Rettungspaket beteiligen. Die Pläne stoßen allerdings auf scharfe Kritik. Denn zunächst scheint es so, als ob der Steuerzahler für die Milliardenschweren Verluste durch geplatzte Immobilienkredite aufkommen muss. Allerdings argumentiert Präsident George W. Bush damit, dass es ohne das Einschreiten durch die Regierung zu weiteren Belastungen auf den Finanzmärkten kommen wird und sich das Problem letztendlich noch mehr auf den Durchschnittsbürger ausweiten würde.

Finanzmarktexperten halten den Bankenkrach nicht für eine unvorhersehbare Katastrophe, die alle paar Jahre vorkommt und die internationalen Finanzmärkte in Mitleidenschaft zieht. Nein, vielmehr hätte man sich mit dem richtigen Bauplan gegen solch einen “Tsunami” schützen können. Das Problem der Finanzkrise ist u.a. darin begründet, dass die Kredit-finanzierten US-Immobilien von den Rating-Agenturen vollkommen unseriös bewertet und die Risiken damit nicht adäquat klassifiziert wurden. Otto Bernhardt, Finanzexperte der CDU-Bundestagsfraktion, sieht die Rating-Agenturen sogar als Hauptschuldige: “Die Leute haben Produkte gekauft, die sie nicht verstanden haben und sich auf das Urteil der Ratingagenturen verlassen” (Quelle: Tagesspiegel vom 22.09.2008).

Wir werden oft gefragt, wie sich die Finanzkrise auf den smava Marktplatz auswirkt. Für Anleger ist das auf dem smava Marktplatz vorhandene Risiko transparent und durch den Risikoaufschlag berücksichtigt. Zudem spielen die Eigenschaften der Anlageklasse “smava Kreditforderungen” ihre Vorteile aus: gute Renditen, niedrige Volatilität und vor allem eine geringe Korrelation zu anderen Anlageklassen. Das bedeutet, dass das Risiko der bei smava finanzierten Kredite unabhängig von der Entwicklung der Aktien- oder Bondmärkte ist.

Sprich: Ihre Rückzahlung der finanzierten Kredite erfolgt unabhängig davon, ob nun Börsenhausse oder -baisse ist. Insofern mehr denn je eine ideale Depotbeimischung. Als indirekte Folge der Kreditkrise spüren wir seit einigen Monaten ein erhöhtes Anlegerinteresse, weil viel Liquidität aus anderen Anlageklassen umgeschichtet wird. Für Kreditnehmer besteht keine Auswirkung, weil bei smava sichere rechtliche Rahmenbedingungen bestehen. Das bedeutet beispielsweise, dass die vertraglich vereinbarten Zinsen nicht - wie bei Immobilienkrediten in den USA teilweise der Fall - nachträglich angehoben oder verändert werden können.

Insgesamt sind die Auswirkungen der Finanzkrise auf den smava Marktplatz also sehr gering. Es ist zu hoffen, dass sich die Finanzmärkte in den nächsten Wochen wieder etwas beruhigen. Dabei ist eines sicher: die dramatischen Veränderungen an den Finanzmärkten werden uns noch lange darüber hinaus beschäftigen.

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH