Einträge mit den Tags ‘Web 2.0’

Liest du noch oder bloggst du schon?

Mittwoch, 18. November 2009

Kommunikation ist ein Wort, das es schon zur Zeit der alten Römer gab [lat. communicatio, "Mitteilung"]. Ein Begriff, dessen Bedeutung jeder zu kennen glaubt. Doch seine Definition und Ausmaße ändern sich fast täglich.

Während die Wahrnehmung einer Gesellschaft früher das Ergebnis von vorgefilterten Informationen der Medien war, verlieren die einst so mächtigen Meinungsmacher heute plötzlich an Bedeutung. Das Web 2.0 tritt mehr und mehr in den Vordergrund und gewinnt an Relevanz. Der einzelne Internet-Nutzer, der zuhause vor seinem PC sitzt, kann heute ebenso schnell und einfach Inhalte ins Netz stellen wie große Online-Magazine. Menschen vernetzen sich in Social-Networks (xing.com, facebook) und Communities (sharewise.com), diskutieren miteinander, tauschen gegenseitig Erfahrungen aus und teilen übers Internet Inhalte wie Bookmarks (delicious), Fotos (Flickr, Myspace) oder Musik (last.fm) miteinander. Durch Wikis und Weblogs ist das Veröffentlichen von eigenen Beiträgen kinderleicht geworden. In den letzten Jahren schossen private Weblogs wie Pilze aus dem Boden. Social Web Services boomen wie nie zuvor. Twitter & Co. sorgen dafür, dass sich Informationen in Sekundenschnelle verbreiten -über Länder und Kontinente hinweg. Jeder kann seine Meinung rund um die Uhr und überall auf der Welt kund tun.

Der Verbraucher von heute ist schon lange nicht mehr nur Konsument von Informationen, sondern vor allem Produzent. Er möchte mitreden, Einfluss nehmen und die Welt mitgestalten. Nicht nur sein Nutzungsverhalten im Internet hat sich geändert. Der User definiert sich und seine Rolle vollkommen neu, sein Selbstverständnis hat sich gewandelt. “Die Zukunft des Journalismus” - und damit die Zukunft kritischer und engagierter Berichterstattung - “hängt nicht vom Überleben der Zeitungen ab”, sagt Arianna Huffington, die Herausgeberin der “Huffington Post”, einer der erfolgreichsten Internetzeitungen in den USA.

In seiner ursprünglichen Bedeutung ist mit dem Begriff Kommunikation eine Sozialhandlung gemeint, in die mehrere Menschen involviert sind [lat. Communicare, "teilen, mitteilen, teilnehmen lassen; gemeinsam machen, vereinigen" ]. Genau diese Idee greift ein neues, regional ausgerichtetes Web-Magazin auf: www.Rhein-Onliner.de ist ein Web 2.0-Projekt, das dem Nutzer eine außergewöhnliche Mischung aus kritischem Journalismus, Unterhaltung und dem Engagement für eine bessere Welt bietet. Nach dem Motto “lesen. zuschauen. mitmachen.” möchte das Online-Magazin nicht nur über aktuelle Themen informieren, sondern fordert seine Nutzer ganz bewusst dazu auf, sich einzumischen und auszutauschen. Die Plattform schafft eine Möglichkeit zum Austausch und zum Mitmachen, um offen, unabhängig und kontrovers über die Belange und Interessen zu berichten, die in der breiten Medienberichterstattung oft zu kurz kommen. Eine gute Idee, wie wir finden!

Viele Grüße
Das smava Team

Mikrokredite in Entwicklungsländern

Donnerstag, 13. August 2009

Nicht nur Kredit-Plattformen wie smava vermitteln Mikrokredite über das Internet - die amerikanische Plattform Kiva tut dies sogar in Entwicklungsländern. Entwicklungshilfe trifft auf Web 2.0. In wenigen Minuten kann man auf Kiva.org Mikrokredite an Kleinunternehmer in Entwicklungsländern vergeben. Anleger aus vielen verschiedenen Ländern gewähren bei diesem Non-Profit Konzept Kleinkredite für 0% Zinsen an Menschen in ärmeren Ländern. Der Kreditnehmer kann sich ähnlich wie bei smava mit seinem Kreditprojekt auf dem Marktplatz präsentieren und auf die Unterstützung der Kiva Anleger hoffen. Kiva wurde sogar als “MySpace der Entwicklungshilfe” bezeichnet. Denn neben der Beschreibung der Geschäftsidee können Kreditnehmer auf kiva.org auch Fotos, persönliche Geschichten und Tagebücher online stellen. Anleger wiederum können diese kommentieren.

Eine Innovation im Bereich Mikrokredite in Entwicklungsländern ist auch die Webseite vittana.org. Die Plattform vermittelt Kredite für Studenten in Entwicklungsländern, die mit dem Geld ihr Studium finanzieren. Sobald das Studium abgeschlossen ist, zahlen die Studenten das Geld an die Anleger zurück.

Hier wird soziale Rendite also gleich doppelt so groß geschrieben.

Viele Grüße
das smava Team

Wie sieht die Bank der Zukunft aus?

Donnerstag, 30. Juli 2009

Im Web 2.0 Zeitalter haben sich die Bedürfnisse der Verbraucher verändert. Der Konsument von heute gibt sich nicht mehr mit dem zufrieden, was ihm von Dienstleistern vorgesetzt wird. Er macht sich schlau und bestimmt selbst, was er konsumiert, wie er konsumiert und was er dafür bezahlt. Das trifft auch auf Finanzdienstleistungen zu. Nicht ohne Grund erleben Plattformen wie sharewise.com einen so regen Zulauf.

Wie sich Kunden ihre Bank wünschen und was sie in Zukunft von ihr erwarten, lässt sich also schon erahnen: Den Banken fehlt es vor allem an Transparenz. Aber wie genau soll die Bank der Zukunft denn aussehen? Darüber macht sich zur Zeit Lothar Lochmaier Gedanken, Wirtschaftsjournalist und Autor des Weblogs Social Banking 2.0, welches sich insbesondere mit der Zukunft der Bankenindustrie beschäftigt. Für sein Buchprojekt “Bank der Zukunft” führt der Blogger aktuell eine Umfrage durch - er stellt folgende Fragen:

1. Was stört Sie an den Banken, so wie sie derzeit funktionieren, am meisten?
2. Wie stellen Sie sich eine kundenfreundliche Bank auf Höhe der Zeit vor?
3. Wird sich durch die Finanz- und Wirtschaftskrise bei den Banken etwas ändern, oder machen sie weiter wie bisher?
4. Brauchen wir überhaupt noch Banken für unsere Geld- und Kreditgeschäfte - oder gäbe es z.B. übers Internet bessere Wege, sich gegenseitig Geld zu leihen oder es gemeinsam anzulegen?
5. Wie sozial, ökologisch und unternehmerisch muss die “Bank der Zukunft” sein?

Dirk Elsner, der auch schon im smava Blog einen Gastbeitrag geschrieben hat, hat seine Meinung bereits geäußert.

Wie stellen Sie sich die Bank der Zukunft vor?

Viele Grüße
das smava Team

Zwischen Banking 0.5 und 2.0

Mittwoch, 10. Juni 2009

von Dirk Elsner*

Die “Finanz- und Wirtschaftskrise” hat sich in den letzten Wochen mit neuen dramatischen Schlagzeilen zurückgehalten. Das bedeutet nicht, dass die Krise einen Wendepunkt erreicht haben muss oder gar ihrem Ende entgegengeht. In den letzten Wochen keimen aber immerhin zarte Hoffnungspflänzchen auf. Mut machen Meldungen, dass sich Banken untereinander wieder mehr vertrauen. Unterdessen klemmt es aber weiter im Kreditgeschäft.

Noch keine erkennbare Neupositionierung traditioneller Banken

Eine echte Neupositionierung der traditionellen Banken und einzelner Geschäftsfelder bleibt bislang einer breiteren Öffentlichkeit verborgen. Immerhin wird in Fachkreisen diskutiert. Aus Gesprächen mit Bankern höre ich weiterhin eine relativ große Zurückhaltung, neue Wege zu gehen. Vielfach ist man mit der Stabilisierung gegenwärtiger Geschäftsmodelle beschäftigt. Für neue Ansätze scheint da (noch) wenig Platz zu sein.

Zu den ständig wiederholten Vorschlägen aus dem Banksektor gehört die Anforderung an das eigene Gewerbe, das Vertrauen wieder herzustellen und dies z.B. mit Transparenz zu erreichen. Dabei bleibt es meist bei diesem Bekenntnis, das damit zu einer Floskel verkommt, weil es nicht mit inhaltlichen Vorschlägen unterfüttert wird.

Schleichender Umbruch

Der Umbruch kommt schleichend. Dass nicht bereits viel mehr Kunden ihre Vermögen umdisponiert haben, liegt an einer nachvollziehbaren Trägheit vieler Anleger im Umgang mit Geld (man wechselt halt nicht täglich seine Bank). Und es mangelt (noch) an Alternativen bzw. diese Alternativen haben noch nicht die aus Kundensicht notwendige Reputation erreicht. Um bei der Pflanzenmetapher zu bleiben: Die Kunden wollen zunächst erste Blüten sehen, bevor sie in den neuen Garten gehen.

Um Reputation aufzubauen, benötigt eine Bank neben guten Ideen, einem validen Geschäftsmodell und geduldigen Investoren vor allem Geduld. Dies scheint die Quirin Bank zu haben, die ein Modell der Honorarberatung aufgebaut hat, bei dem es keine versteckten Entgelte oder gar Kick-backs an die beratende Bank geben soll.

Banking 2.0 mehr als nur ein Buzzwort?

Das Stichwort Banking 2.0 ist für viele traditionelle Institute weiter ein Fremdwort. Mit dem zugegeben mittlerweile überstrapazierten “Hype-2.0-Begriffen” sind freilich hohe Erwartungen an die wie auch immer geartete Einbeziehung der Kunden verbunden. Dies kann sich keinesfalls auf ein paar Kundenumfragen beschränken oder einem Kontaktformular auf der Homepage. Die Institute müssen lernen, das Web 2.0 zu verstehen und daraus Leistungen zu generieren.

Aber gerade vor Begriffen wie Banking 2.0 grault es vielen Bankern. Ihnen steht hier ihr traditionelles Denken im Wege. Sie verwechseln offenbar Offenheit und Transparenz mit der Preisgabe von Geschäftsgeheimnissen oder gar Kundendaten.

Mangel an Experimentierfreude?

Während viele Mitarbeiter oder mittlere Führungsebenen sich mehr Offenheit und Experimentierfreude vorstellen können, verweigert die Führungsspitze den Dünger für neue Ideen. Hier mangelt es an einer Kultur des Herumprobierens, die auf Basis von Trial and Error-Prozessen mit neuen Leistungen experimentiert. Experimentieren wird gern mit dem Eingehen unkalkulierbarer Risiken gleich gesetzt. Dabei hat gerade das Nachahmen US-amerikanischer Geschäftsmodelle deutsche Institute zum “Weltmeister riskanter Bankgeschäfte” gemacht.

Hier wünscht man sich mehr Mut, hat es aber möglicherweise mit einem kulturellen Hemmnis zu tun, wie Nasim N. Taleb in seinem Buch der “Schwarze Schwan” vermutet. In Europa und Asien sei es nach seiner Auffassung nicht angesagt, Misserfolge zu produzieren.

Zaghafte Aufblühen einer neuen Bankingkultur

Die Einschätzungen von Taleb werden aber glücklicherweise durch neue spannende Ansätze, wie man Mehrwerte aus der Community ziehen kann, widerlegt. Dies zeigen etwa Börsenportale wie Sharewise, dessen Service ein gutes Beispiel für eine neue Dimension der Transparenz sein könnte. smava “revolutioniert” die Kreditvergabe durch die Delegation der Kreditvergabeentscheidung an die Einleger (Fachwort peer-to-peer lending). Ein sehr interessanter Ansatz, bei dem Kredite direkt zwischen Kreditnehmer und Kreditgeber vermittelt werden. Solche Ansätze könnte man mit der entsprechenden Plattform leicht ausweiten auf die Bereitstellung von Eigenkapital für kleinere und mittlere Unternehmen.

Weitere spannende Geschäftsmöglichkeiten liegen in neuen Instrumenten zum Risikomanagement, wie sie z.B. Robert Shiller in seiner neuen Finanzordnung sehr konkret beschreibt. Trotz populistischer Kritik an derivativen Finanzinstrumenten, sollte nicht vergessen werden, dass sie ursprünglich geschaffen wurden, um Risiken zu begrenzen. Statt sie Applaus heischend zu verdammen, könnte mehr Energie darauf gesetzt werden, Derivate sinnvoll einzusetzen und auf weitere Anwendungsmöglichkeiten auszudehnen.

Shiller und Taleb, die beide deutliche Kritik am Bankwesen in der bisherigen Prägung üben, plädieren keineswegs für die Risikovermeidung. Das Gegenteil ist der Fall. Beide sagen, wir als Menschen und Gesellschaft können uns nur weiterentwickeln, wenn wir weiter bereit sind, Risiken eingehen. Wir müssen dabei die positiven Risiken suchen (Taleb) und uns gegen negative Risiken absichern können (Shiller). Während Taleb dafür plädiert, durch Herumprobieren bewusst nach positiven Schwarzen Schwänen zu suchen, empfiehlt Schiller die Förderung persönlicher auch exotischer Neigungen und deren Absicherung gegen wirtschaftliche Risiken durch neu zu schaffende Derivate.

Einbeziehung der Community

Weitere Entwicklungen in Richtung Banking 2.0 verspricht der von Kröner ins Leben gerufene Blog von fidor, der sich explizit mit Banking 2.0-Ansätzen auf Xing (Zugang nur mit Registrierung) befasst. Die Fidor Community Banking fördert über die Seite gemege.de die Diskussion mit den Nutzern von Bankdienstleistungen, z.B. darüber, welche Produkte Sinn machen und welche keinen Sinn.

Fidor zeigt, dass Anregungen der Kunden ernst genommen werden können, was nicht bedeutet, dass man alles machen muss, was die Community vorschlägt. Auch im Banking 2.0 gilt die Gravitationstheorie der Finanzwelt.

Banking 2.0 auch für die Finanzierungsseite

Banking 2.0 beschränkt sich nicht auf die Vermögensanlage oder auf die Dienstleistungsseite. Noch immer kommt der Kreditvergabeprozesse einer “Kreditgewährung” gleich, einem Prozess zwischen ungleichen Partnern, in dem viele Kreditsachbearbeiter ihre Kreditnehmer die Abhängigkeit auf sehr subtile Art spüren lassen. Dieses Denken ist überholt. Kreditinstitute dürfen sich nicht nur in ihre Sonntagsrhetorik als Partner herausputzen, sondern müssen dies auch im Geschäftsalltag mit entsprechenden Instrumenten umsetzen.

Änderungen in den Kreditprozessen bedeuten nicht, riskante Kredite an bonitätsschwache Kreditnehmer zu vergeben. Neue Wege bedeuten etwa, den Kreditnehmern Hilfestellungen und Instrumente an die Hand zu geben, um Risiken bessern erkennen und steuern zu können. Hier lassen sich neue Dienstleistungsfelder und natürlich Geschäftsmöglichkeiten für Banken erschließen.

Auf einer Konferenz zum Thema Kreditverbriefung in dieser Woche war mir aufgefallen, dass die originären Bedürfnisse der nach Finanzierung suchenden Unternehmen, insbesondere des Mittelstands, zu kurz kommen. Die Branche nähert sich nämlich den Finanzierung suchenden Unternehmen von der Anlageseite. Ausgangspunkt der Überlegungen ist stets, wie schaffe ich es Investoren zurück an den Markt zu bekommen und meine Bankrisiken so zu strukturieren, dass die Bank wieder mehr Geschäft machen kann. Erst dann stellt man sich die Frage, ob ein Finanzierung suchendes Unternehmen in dieses Geschäftsmodell passt.

Die Branche sollte es hier einmal wagen, die Denkrichtung zu ändern und vom Finanzierungsuchenden den Prozess zu betrachten. Statt “investment first” also “financing first”. Sie sollte sich also zuerst die Frage stellen, was braucht ein Unternehmen für seine Finanzierung an Eigen- und Fremdkapitalinstrumenten. Anschließend kann man schauen, wie die Risikostrukturierung und die Refinanzierung durch Investoren auf diese Bedürfnisse ausgerichtet werden kann.

* Der Autor Dirk Elsner, 45 J., ist Diplom Kaufmann und Unternehmensberater, lebt in Bielefeld und hat in der Geschäftsführung mittelständischer Unternehmen und als Bereichsleiter in Banken gearbeitet. Er hat die DE Wirtschaftsberatung, Bielefeld gegründet, eine Unternehmensberatung, die mittelständische Unternehmen in Bielefeld, Ostwestfalen und Deutschland berät und unterstützt. Gemeinsam mit der auf Finandienstleister spezialisierten Beratung Innovecs berät er Banken.

smava “zwitschert” - und Sie?

Dienstag, 21. April 2009

smava on twitterKurz und knapp interessante News veröffentlichen und lesen … genau das ermöglicht der Social Networking Dienst Twitter (”zwitschern”). Angemeldete User können über den Echtzeit- Kurznachrichtendienst ihre Freunde, Bekannten und Verwandten über neueste Meldungen, persönliche Veränderungen, etc. informieren. Der Erfolg von Twitter basiert vor allem auf Einfachheit. “What are you doing?” ist die Kernfrage, um die es auf twitter.com im Großen und Ganzen geht. Twitter wird immer bekannter und beliebter. In Deutschland sind bereits rund 100.000 Personen auf Twitter aktiv. Das Wachstum hat sich seit Jahresbeginn exponentiell erhöht, die Nutzerzahl verdoppelt sich derzeit in Deutschland und in den USA etwa jeden Monat. Experten sind der Meinung, dass Unternehmen den 140-Zeichen-Nachrichtendienst nicht unterschätzen, sondern schnell eine eigene Strategie entwickeln sollten, um sich das “Twitter-Fieber” zu Nutze zu machen und nicht die Nähe zum Markt und zum Kunden zu verlieren.

Und damit scheinen sie wohl nicht unrecht zu haben. Denn mittlerweile setzen immer mehr Unternehmen Twitter als Informationskanal in Bereichen wie Öffentlichkeitsarbeit, Vertrieb oder Kundenservice ein. Über ein Twitter-Feed können Unternehmen wichtige Neuerungen oder besondere Produktangebote einer breiteren Masse zugänglich machen. Firmen wie Cisco oder Apple verwenden Twitter, um Produkt- und Dienstleistungsinformationen bereitzustellen. Nachrichtenagenturen wie die BBC nutzen Twitter, um News zu verbreiten oder um über besondere Ereignisse auf dem Laufenden zu halten.

Auch smava nutzt den Mikro-Blogging-Dienst Twitter schon seit einigen Monaten. Über den smava Twitter-Feed werden Sie nahezu in Echtzeit über neue smava Kreditprojekte informiert! Was Sie tun müssen, um auf dem Laufenden zu bleiben? Follow smava on twitter! - Einfach die Seite www.twitter.com/smava besuchen und sich anmelden! Unsere Motivation ist, als “Social Banking-Angebot” unseren Kunden auch neue Möglichkeiten der Kommunikation mit uns zu bieten. Auch wenn einige Mittel noch in den Kinderschuhen stecken und man nicht immer sicher ist, welchen Nutzen das konkret bringt, halten wir das für alternativlos: wenn man nichts ausprobiert, lernt man auch nicht. Neben bereits etablierten Kommunikationskanälen wie dem smava-Blog, RSS-Feeds oder dem smava-Forum bieten wir unseren Nutzern deshalb auch einen smava Twitter-Account. Insbesondere freuen wir uns darüber, wenn Medien über unsere neuen Angebote positiv berichten, wie in der letzten Horizont geschehen. Aber noch viel wichtiger: Sagen Sie uns, was Sie davon halten bzw. ob und wie Sie das neue smava-Twitter Angebot nutzen. Ihre Meinung zählt!

Viele Grüße,
Alexander Artopé, Geschäftsführer smava GmbH

P2P-Kreditplattformen - ein Blick in die Zukunft

Montag, 27. Oktober 2008

Unser heutiger Gast-Blogger Robert Hadzetovic ist Web 2.0 Experte und beschäftigt sich sehr intensiv mit dem Thema neue Geschäftsmodelle in der virtuellen Welt. In Peer-to-Peer-Kreditmarktplätzen wie Prosper, Zopa oder smava sieht er großes Zukunftspotential.

Wir leben ja in einer sehr spannenden Zeit. Schon faszinierend zu sehen wie die Bankenkrise alle noch so großen Institute zum Zittern, Wanken, ja sogar zum Fallen bringt. Ich kenne niemanden, der großes Mitleid hat mit den Banken und Versicherungen. Zu schlecht sind die Erfahrungen, die wohl jeder schon mal mit dem Finanzdienstleistungssektor gemacht hat. Präpotente Banker, die einem mit verschränkten Armen gegenübersitzen. Versicherungen, die im Schadensfall so gut wie nie zahlen. Und die fragwürdigen Praktiken der Banken, bei fallenden Zinsen unmittelbar zu reagieren, bei steigenden jedoch sich so viel Zeit wie möglich zu lassen.

Kommt es darauf an, Innovationskraft zu zeigen, ist der Banken- und Versicherungssektor sicherlich immer in der letzten Reihe. Zu gut ist es ihnen immer gegangen. Eine Riesen-Chance für P2P-Kreditplattformen! Ich bin ja überzeugt, dass sich dieses Modell bestimmt durchsetzen und etablieren wird. Banken sehen das anders. Ich habe ja nun viele Gespräche mit Banken geführt. Kommt es auf das Thema P2P-Kredite bzw. deren Internetportale, kann man Banker in zwei Gruppen unterteilen: Gruppe A, die “Normalen”, was die deutlich größere Gruppe darstellt, die noch nie etwas davon gehört haben und in lautes Lachen ausbrechen, wenn man davon erzählt. Gruppe B, die “Höchst Innovativen”, ein verschwindend geringer Prozentsatz, die immerhin schon mal davon gelesen haben. Was beide Gruppen gemeinsam haben: Niemand kann sich auch nur im Ansatz vorstellen, dass solche Modelle irgendwann mal eine signifikante Rolle spielen werden.

Diese Meinung ist natürlich legitim. Sie erinnert nur ein wenig an die Meinung von einem großen deutschen Enzyklopädie-Verlag, der gemeint hat, dass es sein Werk noch weitere 200 Jahre geben wird (Brockhaus hat vor wenigen Monaten die gedruckte Version zum letzten Mal herausgegeben). Man könnte diese ja kaufen und irgendwann auf ebay versteigern… Wo wir schon beim nächsten großen Irrtum wären. Ebay und alle anderen Online-Anzeigenportale dieser Welt haben den Anzeigenmarkt der Zeitungen weltweit zusammenbrechen lassen. Mit enormen finanziellen Anstrengungen probieren die Verlage ihre eigenen Portale hochzuziehen. Ein letztes Beispiel ist die Musikindustrie, die anstatt Napster&Co. zu klagen etwas Ähnliches wie den iTunes Store hätte hochziehen können.

Zurück zum Thema Banken und P2P-Kreditportale. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Banken in nächster Zeit auf diesen Zug aufspringen werden. Zwei Gründe, warum die Zukunft für smava & Co. rosig sein muss: Die Bankenkrise hat gezeigt, dass das Vertrauen, das man seiner Bank entgegengebracht hat, völlig übertrieben war. Und zweitens: In Zeiten wie diesen werden Banken sich auf alles andere konzentrieren als auf innovative Projekte. Klassische Manager leben ohnehin getreu dem Motto: Das Risiko, mit einem innovativen Projekt auf die Nase zu fallen und dafür die Konsequenzen tragen zu müssen, steht in keinem Verhältnis zu der Anerkennung, die man erntet, wenn man ein solches Projekt erfolgreich umgesetzt hat. Nach diesem Motto leben freilich nicht nur Bankenmanager. Es war immer klar, dass der Finanzdienstleistungssektor der nächste sein wird, der mangels Innovation unter dem Internet-Boom zu leiden haben wird.

Viele Grüße
Robert Hadzetovic
Web 2.0 Leader
Deloitte Consulting GmbH